Milas Rücken

Milas Rücken
Unter dieser Rubrik schreibe ich in nächster Zeit eher knapp, aber fortlaufend über den Verlauf von Milas Rückengeschichte. Eine Art Krankentagebuch.
Ausführliche Berichte über unser Leben mit Mila und unseren sonstigen Tieren gibt es weiterhin auf dem Blog zu lesen.

Am 2. April 2021 wurde Mila notfallmässig in der Tierklinik Heilbronn (AniCura) wegen eines massiven Bandscheibenvorfalls (zwischen dem 10. und 11. Brustwirbel) operiert.

6 Tage zuvor hatte Mila Rückenprobleme angezeigt. Sie lief verhaltener. Nicht so federnd und leicht, sondern hinten etwas stacksig und schonend. Wir waren umgehend mit ihr bei der Tierärztin. Der Rücken wurde abgetastet, ihr Laufen wurde angeschaut. Es konnte alles mögliche sein: Von einer Verspannung, einer Blockade, einer Zerrung, bis hin zu einem leichten Bandscheibenvorfall.
Mila bekam eine Schmerzspritze. Sollte es damit in den nächsten Tagen nicht besser werden, sollten wir in eine Tierklinik gehen.

Die nächsten zwei Tage wurde es nicht besser aber auch nicht schlechter. Ich vereinbarte dennoch einen Termin mit der Klinik um den Rücken röntgen zu lassen.
Genau an dem Tag wo wir in die Klinik wollten, lief Mila plötzlich wieder ziemlich gut. Sie konnte und wollte wieder traben, sie lief recht locker, sie war ein fröhlicher Hund.
Wir dachten die Blockade hätte sich gelöst, waren froh und fuhren nicht zur Klinik.

Zwei Tage später (Karfreitag!). Eine schreckliche „Überraschung“ am frühen Morgen. Mila konnte die Hinterbeine kaum noch bewegen. Sie stand sehr wackelig – und die Hinterbeine wurden sichtbar lahm. SOFORT fuhren wir nach Heilbronn zur Klinik!!!
In der Klinik wurden zwei Röntgenbilder vom Rücken aufgenommen. Beide Bilder waren ohne Befund. Mila kam ins CT. Dort sah man den massiven Bandscheibenvorfall deutlich. Sie wurde sofort operiert.
Normalerweise kosten solche Untersuchungen plus Operation zwischen 2000 und 2500 Euro. Da wir an einem Feiertag kamen kostete es uns 3400 Euro.

Einen Tag nach der Operation konnten wir Mila am Nachmittag mit nach Hause holen. Sie konnte noch nicht selbständig laufen, kippte hinten sofort weg. Sie hatte in der Klinik nach der OP bislang nicht gefressen und nicht gepinkelt. Sie konnte aber nur entlassen werden, wenn klar war, dass sie Urin absetzen kann. Kromis sind Kromis. Sie fressen nicht bei jedem und sie pinkeln nicht mit jedem. Als Mila mich sah hat sie sofort gepinkelt.
Ein schwerer Anblick für uns: Ein so „behinderter“ Hund. Unsere flotte und lebensfrohe Mila, plötzlich gelähmt und nicht mehr fähig auf allen Vieren zu laufen.
Mit einem Handtuch als Schlinge unter dem Bauch geführt, unterstützten wir Mila beim wackeligen Gehen zum Pinkelplatz. Sie kippte dann vollständig auf ihren „Popo“ und pinkelte sozusagen im „Sitz“. Aber sie konnte Urin absetzen und wir durften sie mit nach Hause nehmen. Sie war sehr hungrig und frass zügig. Dann war Ruhe und liebevolle Zuwendung angesagt.

Am zweiten Tag nach der Operation (4. April – Ostern), konnte Mila deutlich besser ihre Hinterbeine einsetzen. Natürlich immer noch sehr wackelig. Sie kippte immer wieder weg. Aber immerhin, ein paar Schritte konnte sie mühsam draussen im Garten alleine gehen. Sie schaffte es, draussen im „Sitz“ zu pinkeln. In dieser Nacht hatte sie ihren ersten Kot nach der Operation in der Küche abgesetzt.
Wir bekamen Mila mit einem Verband am Bein nach Hause. Ich dachte es sei ein Druckverband und wollte diesen nun entfernen. Da sah ich voller Schreck, dass der Katheter noch im Fuß steckte!! Ich rief meinen Tierarzt unter seiner privaten Nummer an (an Ostersonntag!!) und der meinte, ich dürfe den Katheter selber ziehen. Da könne nichts passieren. Das habe ich dann gemacht.

Dritter Tag (5. April). Am Morgen schaffte es Mila, im Garten Kot abzusetzen. Sie konnte ein wenig besser laufen als am Tag zuvor. Aber von normalem Gehen kann natürlich nicht die Rede sein. Wir tragen sie bislang vorsichtig in den Garten und dann muss sie erst einmal im Gras einen Stand finden. Dann läuft sie vorsichtig. Die Lahmheiten in den Hinterbeinen sind noch da, somit kippt sie immer mal wieder weg. Zwischendurch läuft sie aber auch mehrere Schritte ganz gut.
Wir wissen, dass ein langer Weg vor uns liegt.
Mila bekommt alle 8 Stunden Schmerzmittel (Novaminsulfon Lichtenstein) pro Gabe eine dreiviertel Tablette. Diese Tabletten nimmt Mila sehr ungern. Ins Futter zu mischen merkt sie sofort und rührt das Futter dann nicht an. Ich stecke ihr die Tablette so weit als möglich in den Rachen, halte sofort das Maul zu, streichle sie am Hals und rede nett mit ihr. Ich muss warten bis sie schluckt. Das klappt nicht immer sofort. Es braucht oft mehrere Anläufe, weil sie die Tablette mit der Zunge blitzartig nach vorne schiebt und seitlich ausspuckt.
Oberstes Gebot nach einer solchen Rückenoperation: Keine Treppe, kein Sprung aufs Sofa, Laufen nur mit Leine, nicht lange und nur auf geraden Fläche, Physiotherapie so früh wie möglich.
Weil das mit der Treppe und dem Sofa ja nun monatelang eingehalten werden muss (oder gar lebenslang??) haben wir ein Schutzgitter bestellt. Mila bekommt in unserem Wohnzimmer an ihrem geliebten Fensterplatz eine größere „Laufstallecke“. So ist sie mitten unter uns und liegt dort, wo sie sonst sowieso auch liegen würde. Mit dem Unterschied, dass sie sich nicht frei im Haus bewegen kann und im unbeobachteten Moment eben doch aufs Sofa hüpft. Oder eben doch im Treppenhaus die Treppen benutzt. Auch ist das Laufen auf unserem Parkettboden nicht gut für sie, denn ihre hinteren Beine rutschen weg. In ihrer neuen Ecke liegt deshalb ein Teppich.
Wir haben ausserdem für den Liegeplatz an diesem Fenster, und auch für ihren „Nacht-Liegeplatz“ in der Küche, jeweils eine orthopädische Hundematratze bestellt.
Mila ist es von klein an gewohnt in der Küche zu schlafen. Wir machen nachts die Küchentüre zu, so ist sie dort auch sicher. Wir lassen Mila in der Nacht nicht am Fenster im Wohnzimmer schlafen, weil sie sonst zu sehr „Wächterin“ ist und nachts uns und die Nachbarn wach bellt, sollte eine Katze oder ähnliches durch unseren Garten streifen.
Von Vorteil ist, dass Mila bislang gut trainiert ist, eine super Kondition hat, einen guten Muskelaufbau hat.
Die Futternäpfe stehen nun etwas erhöht auf einem Schemel damit sie sich nicht so „bücken“ muss. So geht das Fressen für sie einfacher und ist rückenschonend.
Einen ersten Termin für Physiotherapie konnte ich auch schon vereinbaren.

6. April
An unserer Haustüre haben wir eine Stufe. Mila darf keine Stufen gehen, auch nicht nur eine.
Wir haben auf ein breites Brett einen Teppich genagelt. Das ist nun eine kleine Rampe für diese Stufe.
Mila hat die Rampe heute eingeweiht. Wir müssen Mila nicht mehr in den Garten tragen, sie kann diese kurze Strecke nun alleine laufen.
Der Tierarzt war heute mit Milas Zustand zufrieden. Leider hatte er noch keinen Bericht aus der Klinik obwohl ich extra dort angerufen hatte und um dem Bericht gebeten hatte.
Jetzt kommt es vor allem darauf an, dass wir auf Mila richtig gut aufpassen. Kein Springen, keine blöde Bewegungen, kein Rennen. Der Tierarzt sagt, dass es in den nächsten 10 Tagen deutlich besser werden wird. Danach geht der Heilungsprozess langsamer weiter, insgesamt wird es aber immer stabiler und besser. Bis alles geheilt ist, dauert es ca. vier Monate. In seltenen Fällen kann es auch anders laufen. Aber darüber wollen wir nun nicht nachdenken.
Der Tierarzt meinte, ich solle das Futter nicht kürzen. Der Heilungsprozess braucht Kalorien 😉
Die Nerven sind geschädigt und somit ist es klar, dass Mila immer wieder kippt und nicht immer einen stabilen Stand hat. Diese geschädigten Nerven erholen sich nur langsam. Aber wir waren gerade noch rechtzeitig in der Klinik. Das ist alles was zählt.
Der Tierarzt empfahl das Schmerzmittel zu ändern, wenn Mila es so ungern nimmt. Somit bekommt Mila nun einmal täglich am Morgen Melosus. Dieses flüssige Medikament ziehe ich mit einer Spritze auf und gebe es ihr direkt ins Maul. Das geht einfach und Mila schmeckt dieses Schmerzmittel auch viel besser. (Melosus kenne ich als Medikament auch vom Pferd).

8. April
Heute war unser erster Termin bei der Physiotherapeutin und Osteopathin Patricia Neumann. Sie hat sich sehr viel Zeit genommen und Mila ausschliesslich osteopathisch behandelt. Mila hatte von Anfang an Vertrauen zu Frau Neumann und liess sich willig behandeln. Es war Mila anzusehen, dass ihr diese Behandlung sehr gut tut.
Wer sich für die Arbeit von Frau Neumann interessiert, hier ihre homepage

11. April
Am Morgen nach der Osteopathie-Behandlung gluckerte es in Milas Bauch, draussen wollte sie Gras fressen. Ihr Frühstück schaute sie misstrauisch an, um es dann zum Glück doch zögerlich zu fressen. Frau Neumann hatte gesagt, dass ein, zwei, Tage nach so einer Behandlung alles mögliche passieren kann, denn der Körper „arbeitet“. War es Mila übel als Auswirkung der Behandlung, oder schlug ihr das Schmerzmittel Melosus auf den Magen??
Ich rief sicherheitshalber meinem Tierarzt an. Er riet dazu, das Melosus ein oder zwei Tage auszusetzen. Wenn Mila wieder gut Appetit hat, soll ich das Schmerzmittel aber weitere Tage geben. Das ist vor allem wichtig, weil es auch entzündungshemmend wirkt.
Mila kam gestern gut durch den Tag ohne Schmerzmittel. Weil sie wieder gerne ihr Futter frass, gab ich ihr heute wieder Melosus.
Unsere kleinen „Spaziergängchen“ weiten wir aus, jeden Tag ein paar Minütchen länger. So hatte es der Tierarzt geraten. Es ist wichtig, öfters am Tag kleine Bewegungseinheiten zu machen, anstatt einmal am Tag einen längeren Spaziergang. So gehen wir dreimal am Tag eine kleine langsame Spazierrunde ausserhalb unseres Gartens (ca. 10 bis 15 Minuten am Stück). Und zwischendurch gehen wir immer mal wieder für ein paar Schritte raus in unseren großen Garten.
Mila ist dabei an der Leine (Leinenpflicht ist nun enorm wichtig!). Sie läuft teilweise ganz gut, aber natürlich auch noch stacksig und nicht locker und federnd. Manchmal hört man, dass ein Hinterbein etwas nachgezogen wird, weil es kurz auf dem Boden schleift. Ich achte darauf, dass sie langsam im Schritt mit mir läuft. Das ist nicht immer ganz einfach, denn manchmal würde Mila gerne einfach mal losrennen, ihre Energie rauslassen, Katzen jagen…Andererseits läuft sie dann auch wieder extrem langsam als hätte sie keine Lust an der Leine mitzulaufen.
Ich kann es Mila leider nicht erklären warum alles so ist und dass sie nun einfach vernünftig sein muss. Es ist auf jeden Fall eine Herausforderung, diesen eingeschränkten Alltag mit ihr gut zu meistern.
An der Wunde selber müssen wir übrigens nichts tun, kein Fäden ziehen, kein Einreiben mit einer Salbe o.ä.

15. April
Seit heute bekommt Mila kein Schmerzmittel mehr. Die letzten Tage war es ihr durch das Schmerzmittel Melosus nicht übel – so liegt der Verdacht nahe, dass die kurzzeitige Übelkeit Auswirkungen der osteopathischen Behandlung war. Auch Menschen berichten darüber, dass ihr Körper nach so einer Behandlung deutliche Wirkungen zeigt. Eine energetische (osteopathische) Behandlung durch Frau Neumann bekommt Mila voraussichtlich ca. alle vier bis 6 Wochen.
Zusätzlich bekommt Mila durch eine andere Fachfrau zweimal die Woche Physiotherapie. Das geschieht bei uns zu Hause und Mila liegt dabei auf einer Decke auf einem Tisch. Bevor die Therapeutin kam, habe ich das Liegen auf dem Tisch mit Mila geübt damit ihr das keinen zu großen Stress macht. Die Physiotherapeutin zeigte mir auch, wie ich mit einem Igelball und einer Massagebürste selber vor allem die Hinterhand von Mila massieren kann. Es geht darum, die Nervenbahnen anzuregen und die Durchblutung zu fördern.
Es zeigt sich deutlich, dass Mila vor allem mit dem rechten Hinterbein Probleme hat. Dort zeigen sich Lähmungserscheinungen. Mila läuft mit steifem Rücken und stacksiger Hinterhand. Aber für die Tatsache, dass die schwere Operation noch keine 14 Tage her ist, läuft sie doch schon recht fidel. Weil es zunehmend Stress war, Mila beim kurzen Spaziergang ständig im langsamen Schritt neben mir zu führen, erlaube ich ihr mittlerweile an der 5-Meter-Schleppleine vor mir herzutraben (wenn sie möchte). Mila entspannt sich dadurch besser, weil es die Gangart ist, die ihr liegt. Lieber ein kontrolliertes langsames Traben und dadurch ein zufriedener Hund, als eine wilde Mila, die im Haus immer stürmischer wird, weil die Energie überhand nimmt. Wir laufen derzeit dreimal am Tag für ca. 15 bis 20 Minuten pro Einheit. Ansonsten ist Ruhe und Liegen angesagt.

21. April
Mittlerweile waren wir nochmals beim Tierarzt zur zweiten Nachkontrolle. Unser Tierarzt war zufrieden mit Milas Zustand. Auch er ist der Ansicht, dass Mila mittlerweile an der Leine traben darf. Im Trab entspannt sich der Hund und der Rücken schwingt locker, denn der Trab ist die natürliche Fortbewegung des Hundes.
Mila läuft aber auch viel Schritt und vor allem bleibt sie auch gerne mal stehen zum Schnüffeln und Riechen.
Das Absetzen des Schmerzmittels wirkte sich nicht aus, d.h. Mila lief dadurch nicht schlechter. Der Tierarzt sagt die Tatsache, dass Mila „klamm“ und staksig läuft, liegt nicht daran dass Mila Schmerzen hat, sondern es liegt an den geschädigten Nervenbahnen. Die Erholung dieser Nerven dauert sehr sehr lange.
Mila kann ihre vier Beine nutzen, sie kann laufen, aber sie läuft noch lange nicht so wie vor dem Bandscheibenvorfall. Unsere Physiotherapeutin meinte gestern, sie sieht kleine Fortschritte 🙂
Nun, die Operation ist noch keine drei Wochen her. Somit bin ich dankbar, dass Mila überhaupt in dieser Weise wieder laufen kann.
Nach wie vor bleiben wir bei den drei Spaziergängen an der Schleppleine, ca. 15 bis 20 Minuten – und zwischendurch kurze Frischluftpausen im Garten.
Bei Hundebegegnungen bitte ich schon von Ferne, dass die Leute ihren Hund anleinen sollen, bzw uns nicht zu nahe kommen sollen.
Schwieriger ist es mit einem kleinen Hund aus der Nachbarschaft, der leider immer mal wieder ausbüxt. Bisher rannte er dann zu Mila und da die beiden miteinander klar kamen, rannten und rauften sie zusammen.
Das geht nun auf keinen Fall mehr!! Zweimal kam er uns nun schon alleine freudig entgegen (er weiss ja nicht, warum er plötzlich nicht mehr spielen darf). Ich musste ihn rigoros wegscheuchen. Die Besitzer wissen Bescheid, dass ihr Hund nicht mehr mit Mila spielen darf aber wie gesagt, dieser quirlige Kerl entwischt ihnen ab und zu. Mila spürt selber, dass sie gehandicapt ist und möchte keinen Spielkontakt mit anderen Hunden. Sie zeigt dies dem aufdringlichen Hund auch schon von Ferne in dem sie steif stehen bleibt und deutlich die Lefzen zieht. Da der Hund dies nicht ernst nimmt muss ich Mila helfen. Ich hoffe dass er mein „Gepolter“ bald kapiert und nicht mehr zu uns rennt. Es ihm freundlich erklären geht ja nicht! Somit musste ich ihn beim ersten mal mit dem Fuß mehrfach“wegstauchen“. Beim zweiten mal reichte meine tiefe, laute Stimme und mein „auf ihn zurennen“. Das ist nicht nett, ich weiss. Aber es muss sein.

27. April
In kleinen Schritten geht es aufwärts. Mila läuft immer selbstsicherer. Die Physiotherapie tut ihr sehr gut. Die Therapeutin zeigte mir Übungen, die ich zusätzlich alleine mit Mila machen kann. Es geht dabei um isometrische Übungen. Das ist eine besondere Form von Kraftübung. Die Muskeln werden angespannt ohne dabei in der Länge verändert zu werden. Ich mache das kurze Training ca. zweimal am Tag an den Hinterbeinen.
Natürlich hilft es für den Muskelaufbau auch, dass wir nun jeden Tag unsere Spaziergänge ein wenig ausdehnen können. In unserem Garten lasse ich Mila nun auch hin und wieder ohne Leine neben mir laufen. Sie hört ja sehr gut und somit kann ich das verantworten. Ein paar wenige Sprünge im Galopp darf sie dabei auch machen – aber alles kontrolliert und nicht zu viel!
Gestern trafen wir den neulich beschriebenen kleinen Hund. Er war an der Leine und mit seinem Besitzer unterwegs. Das Aufeinandertreffen hat zum Glück ganz prima geklappt (es tut mir ja auch echt leid, dass ich den Hund neulich so vehement verscheuchen musste!). Der Besitzer hat das super gemacht, er lies seinen Hund nicht zu nahe an Mila herankommen. Und so konnten wir ohne Stress gemeinsam ein Stück des Weges gehen, beide Hunde an der Leine. Das war nun nach der Operation das erste Mal, dass wir mit einem anderen Hund Seite an Seite gelaufen sind! Auch das ist nun ein wichtiges Übungsfeld für Mila. Sie soll erfahren, dass sie weiterhin neben anderen Hunden laufen darf und sich dabei nicht aufregen muss. Gemeinsames Spielen, Raufen und Toben ist allerdings nicht mehr erlaubt!

7. Mai 2021
Heute vor fünf Wochen war Karfreitag. Mila hat in diesen fünf Wochen richtig gute Fortschritte gemacht. Das Spazierengehen an der Schleppleine ist fast wieder normal. Ich bin nicht mehr so angespannt und wir gehen locker unseres Weges. Natürlich achte ich sehr darauf ob uns Hunde entgegenkommen. Ob diese angeleint sind oder nicht.
Die Physio findet noch immer dreimal die Woche statt. Die Therapeutin ist mit Milas Fortschritte auch sehr zufrieden. Mila lässt sich gut behandeln und zeigt auch keine Reaktion mehr, wenn die Narbe behandelt wird. Ich bekam nochmals neue Übungen gezeigt, die ich selber mit Mila machen kann. So durchläuft Mila derzeit eine richtige „Reha“ 🙂
Die Therapeutin meinte, noch eine Woche lang soll ich genauso weiter machen. Dann, wenn sechs Wochen nach der OP zurückliegen, darf Mila beginnen immer mal wieder auch zu galoppieren.
Seit ich wieder längere Strecken beim Spazierengehen zurücklegen darf, ist Mila auch nicht mehr so aufgekratzt und lässt sich besser kontrollieren. Ich bin also sehr zufrieden 🙂

17. Mai 2021
Über sechs Wochen sind geschafft seit der Bandscheibenoperation. Nach und nach darf Mila wieder mehr machen. Die Spaziergänge werden ausgedehnter. Und da der Rücken nicht mehr ganz so fragil ist, sind ein paar Galoppsprünge nun auch langsam wieder erlaubt (Mila würde so gerne schon viel mehr Rennen).
Es gibt Phasen und Momente, da läuft Mila stacksig. Dann gibt es Zeiten, da läuft sie richtig klasse. Der Heilungsverlauf ist also „wellenmässig“.

30. Mai 2021
Nun sind schon zwei Monate vorbei seit der OP. Mittlerweile geht vieles wieder einfacher und unaufgeregter. Mila darf auch schon wieder etwas schneller rennen 🙂
Und sie darf gezielt im Garten ein paar Treppen nach oben gehen. Abwärts gehen wir aber nach wie vor über die Wiese und nicht die Stufen. Der Mittagsspaziergang ist mittlerweile ca. eine Stunde lang und somit ist Mila gut ausgelastet und dadurch auch zufrieden. Ich laufe teilweise auch wieder ohne Leine mit ihr. Die Leine ist immer dabei und griffbereit. Aber wenn ich weit und breit niemanden sehe, darf Mila leinenlos mitlaufen. Sie hört ja ziemlich gut.
Neulich wagte ich es sogar und ritt auf Levi und hatte Mila an der Schleppleine dabei. Das klappte super gut. Natürlich ritt ich nur im Schritt – aber es war ein weiterer toller Schritt in die richtige Richtung.
Das Dosenfutter verträgt sie sehr gut.

8. Juni 2021
Heute hatte Mila ihren zweiten Termin bei der Osteopathin Frau Neumann.
Frau Neumann hatte Mila wenige Tage nach der Operation zum ersten Mal behandelt. Seither wurde Mila regelmässig von einer Physiotherapeutin behandelt. Frau Neumann war insgesamt sehr zufrieden mit Milas Zustand. Natürlich ist innerlich noch nicht alles verheilt. Das Gewebe um die Narbe war teilweise verhärtet. Hier sollte in Zukunft (z.B. durch die Physio) das Gewebe immer wieder weich massiert werden. Frau Neumann hatte den Eindruck, dass in dem Bereich, wo der Bandscheibenvorfall war, ein Teil des Muskels „gelitten“ hat – bzw womöglich sogar ein Teil des Muskels durch die OP mit entfernt wurde.
Auch sonst gab es hier und da kleinere Blockaden, die Frau Neumann löste.
Eine Stunde lang dauerte die osteopathische Behandlung. Mila war in dem ihr fremden Raum etwas verunsichert. Sie liess sich zwar von Frau Neumann überall anfassen aber sie suchte doch die Nähe zu ihrem Frauchen. Also nahm ich ihren Kopf in meine Hände und Frau Neumann kümmerte sich professionell um den „Rest“ 😉
Frau Neumann meinte, dass es ausreiche ca. einmal im Jahr so eine osteopathische Behandlung bei Mila durchzuführen.
Mit der Physio machen wir voraussichtlich im Juli einmal im Monat weiter.

18. Juni 2021
11 Wochen sind vorbei seit der Not OP. Die kleine Rampe an der Haustüre brauchen wir nicht mehr.
Im Garten ist Mila wieder leinenlos dabei und ist meine treue Begleiterin wenn ich verschiedene Gartenarbeiten erledige. Das ist nun viel viel entspannter als zu Beginn, als wir gefühlt bei jedem einzelnen Schritt von Mila aufpassen mussten.
Mila wälzt sich wieder genüsslich, sie rennt auch mal ein paar Runden. Sie sitzt aber auch gerne nur da und beobachtet die Vögel. Ihr Hundeleben ist wieder sehr normal geworden. Auch bei den Spaziergängen habe ich die Leine wieder oft in der Hand anstatt am Hund.
Was Mila weiterhin nicht darf, ist das Spielen und Toben mit anderen Hunden. Ich habe aber den Eindruck dass sie das gar nicht so sehr vermisst weil sie in einem Alter ist, wo das Interesse an anderen Hunden gar nicht mehr so wichtig ist.
Neulich war eine ältere Nachbarhündin mit in unserem Garten. Das lief sehr entspannt ab, denn diese Hündin mag auch nicht mehr spielen und toben, somit war das für Mila kein Problem.
Immer häufiger nehme ich Mila mit zum Pferd. Entweder laufe ich mit Pferd und Hund spazieren oder ich reite und Mila läuft im Schritt an der Schleppleine nebenher. Mit Traben oder gar Galoppieren warte ich noch eine ganze Weile bis der Rücken noch besser ausgeheilt ist.
Milas Laufen sieht nach wie vor nicht richtig rund aus. Man sieht ihr an, dass ihre Hinterhand gelähmt war und sie noch eine gewisse Schwäche in den Hinterbeinen hat. Vielleicht bleibt dieser Zustand auch so – das würde ich aber nicht schlimm finden.
In ihrer „Ecke“ im Wohnzimmer fühlt sie sich wohl. Wenn ich um den Weg bin, lasse ich auch mal absichtlich das Türchen vom Gitter offen. Mila hat mittlerweile verstanden, dass das Sofa Tabu ist. Sie legt sich freiwillig in ihre „Ecke“. Wobei ich nicht garantieren kann was Mila machen würde, wäre ich nicht um den Weg. Wahrscheinlich wäre das Sofa dann doch zu verführerisch.

27. Juni 2021
Drei Monate sind vergangen seit der Bandscheiben-OP. Das Leben mit Mila ist fast wieder normal. Wir können weite Spaziergänge mit ihr machen, sie läuft oftmals ohne Leine mit.
Aber wir haben uns auch gut an die 5-Meter-Schleppleine gewöhnt, also kein Problem.
Gestern wäre es gut gewesen, Mila wäre an der Leine gewesen. Sie lief aber frei mit uns mit und mein Mann und ich waren im Gespräch vertieft. Als Mila wieder neben uns war roch meine feine Nase sofort dass etwas nicht stimmte. Mila hatte sich in Fäkalien gewälzt!!! Tja, da musste sie zuhause natürlich sofort unter die Kellerdusche. Schön warm duschen, danach trocken föhnen. Nicht dass es wieder zu einer Blasenentzündung kommt, wie damals, als ich im Sommer den Gartenschlauch mit kaltem Wasser zum Abduschen nahm!
Mila wälzt sich mittlerweile auch wieder im Gras. Ich denke ihr Rücken hält das nun aus.
Sie rennt wieder flott im Galopp, auch das lassen wir zu. Nur wenn sie zu wild aufdreht, bremsen wir sie noch.
Treppenstufen im Garten darf sie hin und wieder auch abwärts gehen.
Die Rampe für das Auto benutzen wir aber sicherlich lebenslang. Denn hohe Sprünge sind bei einer Bandscheibengeschichte nicht sinnvoll.

Ich denke dass diese Seite (Krankentagebuch vom Rücken) bald nicht mehr aktualisiert wird, denn viel Neues wird (hoffentlich) nicht geschehen.
Wenn ich es schaffe werde ich irgendwann noch ein Filmchen machen. Mit Fotos und Filmschnipseln von der Genesungszeit.

8. August 2021: Juhu, der Film ist fertig. Hier könnt ihr ihn euch anschauen: