Schneckensasion und news…

Wenn`s im Mai viel regnet, ist das Jahr gesegnet“ – so lautet eine alte Bauernregel. 2024 scheint ein gesegnetes Jahr zu sein 🙂
In diesen nassen Tagen ist zumindest mein Garten gesegnet und zwar mit reichlich Nacktschnecken in allen Größen.
Wilhelm Busch dichtete:
Schleimig, säumig, aber stete,
immer auf dem nächsten Pfad,
findet sie die Gartenbeete
mit dem schönsten Kopfsalat.

Wie recht er hat, der Wilhelm!
Die Michelbacher Schnecken kriechen derzeit in solchen Scharen daher, dass es einem schwindelig wird.
Ich gebe offen zu: Um meinen Nutzgarten zu schützen und hoffentlich wenigstens ein wenig Ertrag zu haben (Kohlrabi, Salat, Tomaten, Gurken…) töte ich zur Zeit viele Schnecken. Mit der Schere. Schnipp – tot!
Ich habe gelesen, dass dieser blitzartig schnelle Tod „besser“ ist, als das langsame Sterben einer Schnecke durch Aufnahme von Schneckenkorn.
Das ungesunde Schneckenkorn will ich sowieso nicht in meinem Nutzgarten haben.
Da lebendige Schnecken ihre toten Kameraden fressen, soll man die zerschnittenen Schnecken einsammeln, weil man sonst noch mehr hungrige Schnecken anlockt. Dies ist mir aber zu aufwendig. Ich setze darauf, dass Vögel und Igel während der Nacht die toten Schnecken auffressen.
Ich hatte mir in diesem Frühjahr für unseren Balkon ein kleines Hochbeet gekauft und bin sehr happy damit. Hier wächst der Pflücksalat ganz ohne Schneckenstress. 🙂
Übrigens, für alle Schneckenfreunde: Es gibt in unserem großen Gartengelände noch tausende von Schnecken, die ein gutes Schneckenleben haben dürfen. Pech haben diejenige, die zur falschen Zeit am falschen Ort sind.

NEWS:
In wenigen Tagen verabschiedet sich der Wonne-Regen-Monat Mai und der Juni folgt. Im Juni zieht unser Pferdchen Levi normalerweise zurück zum Pferdehof Habel. In diesem Jahr ist es anders.
Nach laaaaaangem Nachdenken, in mich gehen, auf meinen (großen) Bauch hören, abwägen, Gespräch und Rat suchen, schlaflos im Bett liegen, überlegen, grübeln… habe ich mich entschieden, evtl den Stall zu wechseln.
Es hat sich in den letzten Wochen eine realistische Stallalternative für mich aufgetan, die ich nicht übersehen und nicht übergehen möchte.
Auch dieser Stall befindet sich in einem Teilort von Michelbach/Bilz (räumliche Nähe ist für mich ein sehr wichtiger Faktor, ich möchte nicht täglich lange Autofahrten zum Stall haben).
Dieser Stall ist ein kleiner, überschaubarer Familienbetrieb und wurde in letzter Zeit umgebaut von einem Boxenstall zu einem offenen Aktivstall. Höchstens 8 Pferde in gemischter Herde auf großer Fläche, mit Laufwegen, Weide, Schlaf&Ruheplatz sollen dort zukünftig untergebracht werden.
Vier eigene Pferde sind schon vor Ort, es können somit noch 4 Einstellerpferde aufgenommen werden. Und womöglich ist Levi einer dieser vier Einstellerpferde! Am 10. Juni wird Levi probehalber dort einziehen. Zunächst ist er dann in einer Eingewöhungsbox mit großem Paddock. Schrittweise wird er dann die bisherige kleine Herde kennenlernen. Und dann wird es eben so richtig spannend: Wenn die Eingewöhnung klappt, dann bleibt Levi dort. Sollte es nicht harmonieren, dann???…
Beim Pferdehof Habel habe ich mit Absicht (noch) nicht schriftlich gekündigt, somit könnte Levi auch dort wieder einziehen (ich zahle ja erstmal auch weiter).
Es gibt vor allem einen Grund, warum ich nach 35 (!!) wunderbaren Jahren mit sehr vielen schönen Erinnerungen und Erlebnissen vom Habelhof gehen würde: Der Hof ist in den letzten Jahren gewachsen und Levi lebt dort mit 9 weiteren Wallachen in einer Herde mit Einstellerpferden. Leider, leider ist diese Herde nicht stabil, es findet immer wieder ein Pferdewechsel statt. Einsteller kommen und gehen. Es kommt einfach keine Ruhe rein. Jedes Gehen und jedes Kommen bedeutet ein erneutes Eingewöhnen und  „Sortieren“ der Rangordnung in der Herde. Man sagt, es dauert ca ein Jahr bis sich eine Herde zusammengefunden hat. Dieses langfristige Zusammenfinden konnte dort bislang gar nicht stattfinden.
Pferde sind Individualisten. Dem einen Pferd macht Wechsel weniger aus, dem anderen mehr. Bei Levi ist es mittlerweile Letzteres. Hinzu kommt natürlich auch das Risiko von Verletzungen, vor allem während der Eingewöhnungszeit! Diese Gründe wiegen beim Abwägen schwer.
Natürlich gibt es aber auch sehr viele Gründe, warum ich gerne auf dem Habelhof bleiben würde!!! 35 Jahre ist wahrlich eine Zahl, ein Wort und ein Statement.

Im neuen Stall muss Levi nun auch alles wieder ganz neu kennenlernen. Aber meine große Hoffnung (und mein großer Wunsch) ist es, dass dann endlich mehr Ruhe und Stabilität einkehrt.

Wer nun sehr aufmerksam gelesen hat, fragt sich vielleicht: Naja, bei Habels steht er mit 9 anderen Pferden zusammen, beim neuen Stall zukünftig mit 7 anderen Pferden – wo ist da der große Unterschied?
Beim neuen Stall sind ja schon 4 Pferde safe da – also die gehören dahin, da ist kein Wechsel zu erwarten. Und bei den anderen Einstellern möchte die Familie sehr darauf achten, dass Leute und Pferde gut zusammenpassen.
Die Eingewöhungszeit im neuen Stall ist eine Probezeit. Entweder es passt oder es passt nicht. Wenn es nicht passt, muss man während der Probezeit wieder gehen.
Es ist und bleibt vorerst also seeeehr spannend…

Viel Regen im Mai!

Nacktschnecken in meinem Garten wohin das Auge schaut.

Meine Iris-Blumen schmecken anscheinend sehr lecker!

Damit Salat und Gemüsepflanzen ein Chance zum Wachsen haben, eile ich mit der Schere herbei. Schnipp, schnapp, schnipp – viele Schnecken tot.

Auch die Erdbeeren müssen geschützt werden.

Herrliche Entspannung beim Hochbeet auf dem Balkon: Keine einzige Schnecke 🙂

Bald ist die Zeit für Levi in Michelbach vorbei – und dann???

Wie sieht die Stall-Zukunft für Levi aus???

Wenn sich Levi so unkompliziert mit den anderen Pferden anfreundet wie es uns Fritzi und Frida vormachten, dann ist alles Bestens 🙂