Ziel vor Augen

Mal abgesehen davon, dass kein Hund einen Bandscheibenvorfall braucht, war das Timing – zumindest von finanzieller Seite betrachtet – nicht perfekt. Denn ob eine Operation zwischen 2000 und 2500 Euro kostet oder letztlich 3400 Euro, nur weil es notfallmässig an einem Feiertag sein musste, der Unterschied in der Summe ist schon gewaltig!
Natürlich schmerzt es unseren Geldbeutel, diese Summe auszugeben.  Und doch bin ich sehr dankbar, dass es uns möglich war, diese Operation durchführen zu lassen. Was machen Hundebesitzer, die dieses Geld nicht locker haben???
Von großem Vorteil war es, dass wegen der Feiertage Hartmut mich bei allem begleiten konnte und ich nicht alleine mit Mila zur Klinik fahren musste! Der Adrenalinspiegel ist ja doch immens hoch.

Die Frage kam auf, warum wir Mila nicht in jungen Jahren versichert haben? Das Thema Hundekrankenversicherung ist nicht so einfach. Aber rückblickend hätte sich bei Mila so eine Versicherung mehr als gelohnt.
Riesiges Glück war es, dass der orthopädische Facharzt zufällig an Karfreitag in der Klinik war! Ich fürchte diese „Geschichte“ wäre sonst ganz anders verlaufen.

Glück haben wir auch trotz Coronazeiten eine Physiotherapeutin an unserer Seite zu haben, die regelmässig zu uns ins Haus kommt (mit Maske) um Mila zu behandeln. Durch spezielle Massagen soll Milas Vorhand gelockert und entspannt werden. Bei der Hinterhand geht es darum, die Nervenbahnen zu stimulieren und anzuregen. Mila liegt dabei auf unserem Esstisch 🙂
Zuerst ist sie etwas aufgekratzt, doch sie beruhigt sich schnell und die Behandlungen durch die erfahrenen Hände tun ihr sichtbar gut. Die Therapeutin zeigte mir, wie ich täglich mit Igelball und Massagebürste vor allem die rechte Hinterhand massieren soll, damit die Durchblutung angeregt wird. Verstärkt am rechten Hinterbein zeigt Mila Lähmungserscheinungen und läuft dadurch unrund, stacksig und teilweise wackelig.

Eine ganz tolle Sache ist die Rampe für das Auto, die ich neulich kaufte. Das Ein- und Aussteigen in die Hundebox ist für Mila nun gelenkschonend und selbständig machbar. Das Spazierengehen ist viel spannender, wenn es nicht immer die gleiche Runde um das Haus ist. Mila war so happy, mal wieder im Wald zu sein – und ich auch! 🙂
Ausserdem habe ich eine 5-Meter-Schleppleine gekauft. Auch eine super Anschaffung. So ist Mila zwar angeleint, hat aber die Möglichkeit, zwischendurch auch mal vor mir her zu traben. Diese kleinen Freiheiten tun Mila sehr gut und ich selber kann dadurch auch besser entspannen.
Tatsächlich frage ich mich, wie machen es Hundebesitzer mit großen, schweren Hunden nach so einer Operation? Bestimmt gibt es da auch Lösungen. Aber die praktische Größe und das 10kg-Gewicht von Mila erleichtern im eingeschränkten Alltag nun so manches.

An dieser Stelle möchte ich mich auch einmal herzlich bei euch allen bedanken! Für euer „an-uns-denken“, für eure guten Genesungswünsche, eure aufbauende und mutmachende Worte. Es tut sehr gut zu hören, dass sich andere Hunde in guter Weise von so einem Bandscheibenvorfall erholt haben und heutzutage ein normales Hundeleben führen können. Dieses Ziel haben wir auch vor Augen 🙂

Die Physiotherapiestunden haben begonnen. Bei uns zu Hause liegt Mila dazu auf unserem Esstisch und lässt sich massieren.

Mila spürt, dass ihr diese erfahrenen Hände gut tun.

Ein weiterer Schritt in Richtung „kleine Freiheit“: Diese rutschfeste Rampe ermöglicht es, dass Mila gelenkschonend und eigenständig ins Auto ein- und aussteigen kann.

Diese Rampe lässt sich einfach zusammenklappen und hat dann neben der Box im Auto Platz. (Zum Glück haben wir ein Auto, in welches Hundebox und Rampe so gut reinpassen!).

Glücklich trabt Mila im Wald an der langen Schleppleine vor mir her. Endlich mal wieder Waldluft 🙂
Mila läuft besser und sicherer auf festem Asphalt als auf weicher Wiese.

Zwischendurch ausgiebig schnüffeln ist auch sehr wichtig

Wieder zuhause muss erst einmal geschaut werden ob draussen alles in Ordnung ist.

Und dann ist wieder Ruhe und Erholungsschlaf angesagt.

13. April 2021

Auch wenn es schon 16 Jahre her ist: Der 13. April ist für mich ein besonderer Erinnerungstag. Heute vor 16 Jahren wurde unsere Alma (reinrassige Kromfohrländerhündin) geboren. 10 wirklich wunderschöne Jahre hatten wir mit dir zusammen, geliebte Alma. Und weil du unvergessen bleibst, denken wir heute an deinem Geburtstag ganz feste an dich 🙂

Als wir kürzlich mit Mila in der AniCura Heilbronn waren, kamen die Erinnerungen an die schlimme Krankheitszeit von Alma auch wieder hoch. Schwer mitgenommen von ihrer Autoimmunkrankheit brachte ich im Sommer 2015 Alma verzweifelt am späten Abend in diese Klinik. Zunächst half der Cortisoncocktail ganz gut und Alma durfte am nächsten Tag wieder nach Hause. Doch kurze Zeit später mussten wir sie einschläfern lassen.

Ob sich Mila gut vom operierten Bandscheibenvorfall erholen wird?
Ich denke das hängt viel damit zusammen, ob wir Mila in Schach halten können. Und das wird zunehmend mehr zur Herausforderung. Ich weiss gar nicht, wie wir das vier Monate lang schaffen sollen?

Meine Anspannung merkt Mila mit ihren feinen Antennen. Ich versuche entspannt zu sein, aber es ist halt ein Unterschied ob ich normal spazieren gehen kann, oder ob ich dabei ein rohes Ei auf dem Löffel trage.
Ungefähr so fühlt es sich für mich an, wenn ich mit Mila unterwegs bin.
Das fängt schon damit an wenn ich die Leine vom Haken nehme. Nun würde Mila nämlich gerne zu mir springen und vor Freude wild mit der Rute wedeln, ein paar Hüpfer machen, weil es nach draussen geht.
„Langsam Mila“ heisst es stattdessen. Langsam zu mir kommen und nicht an mir hochspringen! Langsam aus dem Haus über die Rampe gehen, langsam zur Strasse laufen, langsam den Fußweg entlang gehen…

Ich weiss nicht, wie oft ich am Tag „Langsam Mila!“ sage??
Für die Heilung des Rückens ist das richtig und wichtig. Aber es gibt ja auch die Psyche!
Es ist mehr als verständlich, dass die fünfjährige, ansonsten so agile und energiereiche Mila nicht 24 Stunden am Tag nur ruhig, kontrolliert und langsam sein kann. Ihre Impulskontrolle kommt an ihre Grenzen.
Und dennoch ist es eigentlich ganz großartig, wie sehr sich Mila die allermeiste Zeit kontrollieren lässt. Wie sehr sie ihre eigentlichen Bedürfnisse unterdrückt und darauf „hört“ was man ihr sagt.
Mila du bist so ein toller Hund!!

Der Alltag geht weiter. Und andere Aufgaben gibt es für uns auch zu tun. So will natürlich auch Levi versorgt sein. Unterstützung habe ich dabei ein bis zweimal die Woche von meiner lieben Zweitreiterin. Sie reitet Levi seit einem Jahr. Allerdings noch nicht alleine, sondern im Beisein ihrer „Reitlehrerin“. Die beiden N.&N. machen das absolut gut und ich kann ihnen Levi voll anvertrauen 🙂

Auch unsere Anna war mir eine ganz wichtige Stütze und Hilfe in diesen Tagen. Allerdings ruft die Uni – und Anna wird demnächst wieder nach Wien fahren.

Alma liebte es, auf dem schwarzen IKEA-Stuhl zu liegen. 
Mila hüpft zum Glück nicht auf diesen Stuhl und so steht er bei ihr in ihrer „Ecke“. Oft sitze ich dort und bin nahe bei Mila, während ich am Laptop arbeite.


Ich habe Milas Crunchie zusätzlich in ihre „Ecke“ gelegt. Mal liegt sie gerne im Crunchie, mal lieber auf der orthopädischen Matratze und oft auch gerne einfach nur auf dem Teppich. Ich denke sie weiss am Besten welches Liegen ihr jeweils gut tut. 


Bei schönem Wetter liegt es sich auch mal gut an der frischen Luft 🙂

Mila, du hast so ein schlaues Köpfchen. Und doch können wir dir nicht erklären warum sich dein Leben (und auch unseres) von heute auf morgen so verändert hat.

N.&N. beim Geländetraining

Nicht zu viel und nicht zu wenig

Mila erholt sich langsam, sie wird agiler und beweglicher. Darüber sind wir unendlich froh und dankbar. Gleichzeitig bedeutet es für uns aber auch, Mila „in Schach“ zu halten.
Auf der einen Seite ist es gut, wenn Mila wieder Selbständigkeit erlangt. Wenn sie z.B. selber zum Haus herauslaufen kann und nicht mehr in den Garten getragen werden muss. Die kleine Rampe am Hauseingang ermöglicht das.
Die Bewegungseinheiten werden jeden Tag ein klein wenig gesteigert. Mittlerweile bewegen wir uns auf kurzen Strecken auch ausserhalb unseres Gartens. So kann Mila Gerüche anderer Hunde erschnüffeln und ihre Welt wird wieder ein wenig interessanter.

Zwischendurch machen wir auch immer mal wieder ein kurzes Päuschen im Garten, damit Mila keinen Lagerkoller im Haus bekommt.

Ansonsten ist aber viel Ruhe und Liegen angesagt. Hier liegt Mila zum ersten Mal auf ihrer neuen orthopädischen Matratze (mit memory foam).
Zunächst legte ich ihre gewohnte Decke auf die Matratze, damit sich Mila traute die neue Matratze zu benutzen 🙂

Auch für ihren Nacht-Schlafplatz unterm Küchentisch hat Mila so eine gelenkschonende Matratze bekommen. Durch die Operation liegt Mila zur Zeit noch viel ausgestreckt (im Rücken gerade). Im bisherigen runden Crunchie könnte sie sich nicht so ausstrecken. Deshalb ist diese neue Schlafmatratze nach der Bandscheibenoperation nun sehr sinnvoll.

Es sieht aus wie im Zoo 🙂
Aber dieses Schutzgitter ist enorm hilfreich!! Mila hat sofort akzeptiert in ihrer „Ecke“ zu sein. Sie fühlt sich dort nicht eingesperrt und würde ohne Gitter ja auch dort liegen. Wir können nun beruhigt Mila auch mal eine zeitlang alleine lassen. Das gibt uns auch wieder Freiheit zurück. In dieser Ecke hat sie auch eine Napf zum Trinken.

Da Mila nun so ausgebremst ist und sie ihre Energie durch Bewegung nicht rauslassen kann, sucht sie sich natürlich Aufgaben. Das ist in dem Fall das wachsame Wachen am Fenster (was soll sie auch sonst tun?). Leider müssen wir sie auch hier einschränken. Denn es tut ihrem Rücken wahrlich nicht gut, wenn sie bei jedem vorbeilaufenden Gassi-Hund in die Höhe schiesst und wild bellend ans Fenster prischt. Wenn jemand von uns bei ihr in der Ecke sitzt, können wir ihr das durch unser „Kommando“ verbieten.
Aber wenn sie alleine ist, müssen wir ihr die Sicht verwehren. Dann machen wir die Jalousien runter. Hell ist es im Raum dennoch.
Um ein bisschen Abwechslung zu haben, wäre Nasenarbeit auch eine Möglichkeit. Aber Mila ist da gleich so aufgekratzt (juchhei, wo sind die Leckerlies??) – da bekomme ich echt Schnappatmung.
Ich kann Mila nicht in Watte packen, aber eine blöde falsche Bewegung könnte jetzt enorm schlimme Folgen haben.
So müssen wir immer wieder nach Lösungen suchen, damit der Rücken über die langen Monate hoffentlich unbeschadet ausheilen kann.

Die Frage nach dem „Warum“?

Nach dem ersten Schock fragt man sich: Warum? Warum kam es zu diesem Bandscheibenvorfall? Was habe ich falsch gemacht???

Zunächst kann ich freudig berichten, dass es Mila seit der OP täglich besser geht. Der Verlauf ist so, wie es mir mein Tierarzt vorgestern erklärte: In den ersten 10 Tagen nach so einer schweren OP erholt sich der Hund sichtbar jeden Tag mehr. Danach heilt es weiter, allerdings nicht mehr so rasant. Vier Monate müsse man im Durchschnitt rechnen, bis so eine OP ausgeheilt ist. Danach hat man einen fast gesunden Hund. Aber mehr Vorsicht und Umsicht ist lebenslang geboten.
Auch wenn so ein Bandscheibenvorfall oftmals wie aus heiterem Himmel kommt, so ist es meist ein langer, schleichender, oft unbemerkter Prozess.
Das geschulte Auge kann Vorzeichen erkennen. Ich habe in dieser Hinsicht kein geschultes Auge. Was ich aber schon sehr früh bemerkte, war der relativ lange Rücken bei Mila. Unsere reinrassige Kromfohrländerin hatte einen kompakteren Körperbau. Ich sprach dies beim Tierarzt an, da war Mila noch ein sehr junger Hund. Ob das mal Probleme geben könne, fragte ich damals schon. Auch ein Tierarzt kann nicht in die Zukunft schauen. Er meinte damals spaßeshalber, er könne ja eine Rippe entfernen, dann sei mein Hund kürzer. 🙂
Als junger Hund ließ ich Mila nicht aufs Sofa springen. Und ich wartete lange Zeit damit, bis sie mehrere Treppen steigen durfte. Die Knochen von Welpen und Junghunden sind weich. Hier habe ich also aufgepasst.
Beim Fell bürsten fiel mir auf, dass sich Mila von klein an ungern den Rücken bürsten liess. Auch das sprach ich einmal beim Tierarzt an. Er tastete den Rücken ab und meinte, im Brustwirbelbereich gäbe es evtl. eine kleine Unebenheit. Aber nichts Gravierendes.
Vor einigen Monaten, nachdem ich ihr die Krallen geschnitten hatte, lief sie etwas klamm. Nach zwei Tagen lief sie wieder völlig normal. Zum Krallen schneiden legte sich Mila auf die Seite oder auf den Rücken (weiche Unterlage). Ich war dies so von meiner reinrassigen Kromi-Hündin Alma gewohnt. Ihr musste ich aufgrund erkrankter Ballen häufig die Hornzapfen an den Ballen abschneiden. Dazu legte sich Alma auf die Seite und streckte mir ihre vier Füße entgegen. Das habe ich bei Mila von klein auf einfach so übernommen – doch vielleicht war das für ihre Rückensituation nicht förderlich?
Ich erinnere mich: Vor einiger Zeit gab es einmal die seltsame Situation, dass sich Mila plötzlich nicht mehr hinlegen wollte. Sie lief im Haus umher, legte sich kurz hin, stand wieder auf, legte sich an einen anderen Platz, stand wieder auf… ich fuhr direkt mit ihr zum Tierarzt. Er tastete den Rücken ab, aber Mila zeigte keinen Schmerz. Vielleicht hatte sie einfach nur Bauchschmerzen? Mila bekam ein Schmerzmittel und der Spuk war schnell wieder vorbei.
Dann kam die Situation, da wollte Mila in der Hundeschule bei einem Fun-Agility-Training nicht so geschmeidig über die Hindernisse hüpfen. Es waren sehr niedrige Hindernisse! Der Trainerin fiel es auf (sie hat ein geübteres Auge, denn sie hat selber einen Hund mit Rückenproblemen) und ich liess Mila nicht mehr springen. Kaum waren wir damals von der Hundeschule zu Hause, lief Mila freudig durch unseren Garten.
Im Stillen dachte ich darüber nach, ob irgendwann einmal die Zeit kommen würde, wo Mila wegen ihres Rückens eine Physiotherapie brauchen würde?
Sicherheitshalber goggelte ich schon einmal nach einer Therapeutin und schrieb mir ihre Nummer auf…

Manche fragen sich vielleicht, war es für Mila auf Dauer zu viel am Pferd mitzulaufen? Tatsächlich glaube ich nicht, dass dies die Ursache für den Bandscheibenvorfall ist. Mila ist ein agiler Hund, sie braucht und liebt Bewegung. Dem Alter angepasste Bewegung ist wichtig und notwendig.
Kritischer sehe ich die Treppen&Co. Bislang lief Mila innerhalb unseres Hauses oftmals die Treppen rauf und runter, sie sprang mehrmals am Tag auf das Sofa bzw wieder herunter (was für den Rücken besonders belastend ist), sie sprang aufs Bett, sie sprang täglich in die Autobox und wieder heraus. Vielleicht war das alles zusammen jetzt einfach zu viel?
Wie ich jetzt las, haben Hunde oft im Alter von 5 bis 7 Jahren einen Bandscheibenvorfall, weil sich ab diesem Alter die Knochenstrukturen langsam verändern und altern. Mila frisst Trockenfutter von hoher Qualität und am Abend Nassfutter. Trockenfutter kann einen Anteil daran haben, dass sich Knochenstrukturen ändern, weil bestimmte Flüssigkeiten aus der Knochensubstanz entzogen werden. Es gibt aber sicherlich sehr viel Hunde, die ihr Leben lang Trockenfutter fressen, Treppen steigen, ins Bett hüpfen und nie in ihrem Leben einen Bandscheibenvorfall haben!
Bandscheibenvorfälle können alle Hunde betreffen. Hunde jeder Rasse, jeder Größe, jeden Alters.
Warum es Mila nun getroffen hat, kann ich nicht beantworten. Es war bestimmt ein Prozess. Ich fürchte aber, der Ausschlag für den Bandscheibenvorfall war das Krallen schneiden am 27. März. Sie lag dabei wie immer auf der Seite, ich hatte ihr Hinterbein in der Hand, schnitt vorsichtig die Krallen und plötzlich riss sie mir das Bein aus der Hand und quietschte auf. Ich dachte ich hätte die Kralle zu kurz geschnitten, dem war aber nicht so. Danach lief Mila zunächst normal. Später beim Abendspaziergang fiel unserer Tochter auf, dass sie nicht ganz so willig mitlief… und alles nahm seinen Lauf, wie ich ihn ja schon beschrieben habe.
Ich frage mich ob es nicht passiert wäre, hätte ich die Krallen in einer anderen Haltung geschnitten??? Wahrscheinlich wäre es dann tatsächlich nicht passiert!!!
Vielleicht wäre es dann aber irgendwann bei einer anderen Situation passiert: Beim Hüpfen über den Bach, beim Sprung aus dem Auto, beim Spielen mit dem Nachbarshund…???

Das „Warum?“ lässt sich nicht abschliessend beantworten.
Jetzt heißt es nach vorne zu schauen und zu lernen, was nun für die Pflege und das Gesundwerden von Mila wichtig ist.
Eines weiss ich: das Krallen schneiden muss zukünftig anders gehen.

Heute war unsere erste Physiotherapie mit Frau Patricia Neumann. 90 Minuten hat sie mit Mila gearbeitet. Es waren vor allem Anteile aus der Osteopathie dabei und Mila machte gut mit. Sie ließ sich willig behandeln und Verspannungen konnten gelöst werden. Für mich ist diese Arbeit ein völlig neues Feld, ich war noch nie bei einer Tier-Physiotherapeutin.
Ich bin sehr froh, dass es so schnell mit einem Termin bei Frau Neumann klappte und Mila wird sicherlich immer wieder eine Therapiestunde bekommen.
Letztlich war auch Frau Neumann zufrieden darüber, wie gut Mila nach dieser schweren Operation schon wieder laufen kann.

Ich denke es wird eine große Herausforderung werden, Mila über viele Wochen eher „ruhig“ zu halten. Zu gerne würde sie jetzt schon wieder traben und schneller gehen, als dieser langsame „Schritt“ an der Leine.

Erste Physiotherapie mit Frau Patricia Neumann. Ihr Hände scheinen sehr gut zu tun und Mila macht willig mit.

Frauchen ist zur Sicherheit immer dabei. Wobei Mila auch schnell Vertrauen zu Frau Neumann hatte.

Auch die Narbe verheilt gut.

Für die Seele gut: Gemeinsames Ruhen und Entspannen.

Levi geht es gut 🙂 Er genießt sein Abendessen das ihm ganz alleine gehört.

Auch die Blumen haben sich erholt und können wieder blühen – wie schön!

Bandscheibenvorfall – der Bericht beginnt

Ostermontag. Draussen stürmt und schneit es. Die operierte Mila liegt bei mir in ihrem „Nest“. Nun versuche ich einmal von unserem Oster-Krimi zu erzählen.

Wer nicht so viel Zeit und Lust zum Lesen hat, der kann in diesem Blog auch „nur“ die neue Rubrik überfliegen: Milas Rücken, ein Krankentagebuch. Dort werde ich fortlaufend mit knappen Texten über den Verlauf von Milas Rückengeschichte berichten.

Hier im blog aber schreibe ich ausführlich, denn das Schreiben tut mir einfach gut 🙂 Und es gibt für mich einiges zu „verdauen“:

Ihr erinnert euch?
Heute vor einer Woche war Anna mit Mila bei unserer Tierärztin. Milas Rücken war nicht in Ordnung. Waren es Verspannungen, Blockaden oder gar ein leichter Bandscheibenvorfall???
Drei Tage später ging es Mila den ganzen Tag über deutlich besser und ich war happy. Die Blockade hatte sich wohl gelöst und wir würden entspannt Ostern feiern, dachte ich.
Pustekuchen!!!
Am Karfreitagmorgen um 7.00 Uhr stand Mila nur schwer auf. Ihre Hinterbeine knickten weg. SOFORT haben wir unsere Mila vorsichtig zum Auto getragen und los ging es nach Heilbronn in die Tierklinik. Die Fahrtzeit beträgt eine Stunde. Was war ich froh, als wir dort waren. Mir war klar, dass jetzt schnell gehandelt werden muss. Sollte es ein Bandscheibenvorfall sein (und was sollte es eigentlich sonst sein, wenn die Hinterbeine lahm werden?) dann muss zügig gehandelt werden. Zügig? Zuerst hieß es, wir sollten mal warten, im Auto. Klar, wir kamen unangekündigt. Es gab genügend andere Patienten, die über Nacht in der Klinik waren, zu versorgen. Nicht jeder kann der Erste sein, auch wenn Not ist.
Meine Blase sagte mir, dass ich sie vor Aufregung heute noch nicht beachtet hatte. Ich brauchte eine Toilette. Mit Maske ging ich in die Klinik. Kein WC, nirgends. Das kann doch nicht sein?!
Vor sechs Jahren war ich mit unserer Alma in dieser Klinik. Auch Alma musste damals über Nacht in der Klinik bleiben. Beim Abholen musste ich eine Etage nach oben laufen. Ob dort die Toiletten waren? Ich ging mutig nach oben, schaute mich um und traf auf eine sehr verdutzte Frau. Höflich fragte ich, wo denn die Toiletten seien? Die Frau schaute mich ungläubig an und sagte mir dann sehr barsch ich solle SOFORT wieder nach unten gehen!!! Hier oben hätte ich absolut nichts verloren!!! Sie hatte ja recht. Und in Coronazeiten muss noch mehr aufgepasst werden.
Schnell lief ich zurück zum Auto. Hoffentlich war diese Frau nicht die Ärztin, die sich gleich um Mila kümmern wird. Sonst hätten wir einen ganz schlechten Start!!!
Nach längerem Warten kam zum Glück eine sehr nette junge Ärztin. Sie zeigte mir wo die Toilette ist (dieser Raumbereich war bislang noch gar nicht zugänglich, deshalb konnte ich es nicht finden).
Sie meinte ich könne unseren Hund dann bringen und in Raum Nummer 1 gehen. Sie wäre im Raum Nummer 2 noch kurz beschäftigt.
Es war schon super aufregend für Hartmut und mich, Mila überhaupt aus der Auto-Box zu holen. Mila war ja stark verunsichert (und wir auch!), sie hatte Schmerzen und spürte ihre Hinterbeine nicht mehr. Ich stand in Raum Nummer 1 mit Mila auf dem Arm und dachte: Bitte, bitte, wann kommt endlich jemand?!!!
Die Zwischentür zu Zimmer 2 war halb offen und ich hörte das Gespräch. Ein alter Hamster hatte Kauprobleme und die Ärzin erklärte geduldig, dass sie keine Zahnbehandlung bei einem Hamster durchführen kann, weil er so klein ist. Bei Kaninchen gehe das… usw usw usw… Ich warte weiter mit meiner Mila auf dem Arm. Stellt euch das bitte vor: Der vordere Teil deines geliebten Hundes ist lebendig. Das Gesicht zeigt Schmerz, die Augen flehen dich an. Der hintere Teil ist leblos, wie tot. Zwei Hinterbeine stehen starr wie Stuhlbeine unterm Bauch hervor. Der Hund ist schwer, denn er ist ja halb leblos… Der Hamster bekommt noch Augentropfen und Schmerzmittel… Meine Güte, lasst doch diesen Hamster, denke ich.
Es wird genau besprochen wie der alte Hamster zu Hause weiterversorgt werden muss… Meine Geduld ist zu Ende. Mila muss geholfen werden! „Kommt mal bitte jemand“, rufe ich laut. „Ich habe hier wirklich einen Notfall!!“ Die nette Ärztin kommt zum Glück. Sie sieht Milas starre Beine und merkt, dass sie schnell handeln muss. Mila ist nun so aufgeregt, dass sie Kot ablässt. Nicht schlimm, sagt die Ärztin. Sie fragt mich ein paar Dinge und dann nehmen sie Mila mit zum Röntgen. Es dauert eine Weile und ich sitze mit meiner Maske da und merke plötzlich ganz deutlich, dass dies hier alles eine richtig üble Situation ist. Noch viel übler als der Gestank im Zimmer. Würde Mila wieder gesund werden? Was hat sie überhaupt? Wird man ihr jetzt und heute helfen können?? Und ich denke an den Hamster. Hat er nicht das gleiche Recht wie Mila? Philosophische Gedanken gehen mir durch den Kopf. Bilder von Krankenhäusern ziehen an mir vorbei, in denen schwerkranke Coronapatienten eingeliefert werden. Wer darf zuerst?…
Die Arzthelferin kommt irgendwann. Auf dem Röntgenbild würde man gar nichts sehen, keinen Befund. Die Ärztin wolle das Bild noch mit einer anderen Ärztin abklären (aha, sicher die Frau aus dem Obergeschoß).
„Wie geht es weiter?“ frage ich.
„Wir können heute wohl nicht mehr viel machen“, sagt die Arzthelferin. „Denn heute an Karfreitag können wir kein CT machen“.
Ich bin mehr als entsetzt!!! Ich kann doch den lahmen Hund nicht mit nach Hause nehmen. Bei Bandscheibenvorfall zählt jede Stunde!!
Das Handy der Arzthelferin klingelt. Ich merke, sie reden über Mila.
„Aha – und er würde sich den Hund anschauen?“ fragt die Arzthelferin.
Sie schaut mich fröhlich an und meint, wir hätten riesiges Glück. Der Facharzt für Orthopädie sei inoffiziell im Haus. Er wollte nur schnell etwas reparieren. Die Ärztin hatte ihn gebeten sich Mila mal anzuschauen. Und das tat er!!! Er war und bleibt für mich der Karfreitag-Engel!
Wie ein Doktor sah er nicht aus. Viel mehr wie ein fleissiger Handwerker im Handwerker-Dress. Er tastete Mila ab und meinte, man müsse ein anderes Röntgenbild machen. Mila wurde wieder mitgenommen und sie war anscheinend immer sehr sehr lieb und hat alles mit Bravour mit sich machen lassen. Während ich da sass, kullerten mir plötzlich die Tränen aus den Augen. Unter der Maske schniefte die Nase. Meine Nerven flatterten.
Auch auf diesem Röntgenbild gab es keinen Befund. „Jetzt müssen wir ihren Hund ins CT schieben. Falls sie einen Bandscheibenvorfall hat müssen wir sofort operieren“, erklärte der Facharzt. Den Karfreitag hatte er sich wohl anders vorgestellt und seine Bretter, die er irgendwo hinschrauben wollte, mussten nun auch warten.
„Normalerweise kostet so etwas zwischen 2000 und 2500 Euro“ erklärte er weiter. Aber da Sie sich einen Feiertag ausgesucht haben müssen sie mit 3500 bis 4000 Euro rechnen“.
„Bitte machen Sie das CT. Und bitte entschuldigen Sie mein Schniefen. Wenn es Sie beruhigt: Ich habe meine Bestätigung vom negativen Schnelltest dabei“ jammerte ich. Er winkte ab und ich durfte hemmungslos hinter meiner aufgeweichten Maske weiter weinen.
Weil ich noch Formalitäten ausfüllen musste, musste ich bei der Anmeldung warten. Dort standen zwei weitere weinende Familien. Eine totkranke Katze und ein verstorbener junger Hund.
Hartmut erzählte mir später, wie er beim Warten im Auto zuschauen musste, wie sie den jungen Hund im Auto wiederbeleben wollten. Erfolglos. Ja – an Karfreitag kommt niemand mit fröhlichen Tieren zum Impfen oder Krallen schneiden. Wer an so einem Feiertag in die Klinik kommt, bringt echte Notfälle mit. Ich habe großen Respekt vor diesen Tierärzten und Arzthelferinnen.  Sie müssen Ruhe bewahren und einen klaren Kopf behalten. Mila wurde durch die Not-OP das Leben gerettet.
Geschafft fuhren Hartmut und ich nach Hause. Während der Fahrt rief mich der Arzt an. Die Diagnose war nun eindeutig: ein massiver Bandscheibenvorfall. Mila wurde umgehend von ihm operiert. Zuhause bekam ich wieder einen Anruf: OP ist gelungen, Mila ist von der Narkose erwacht und muss über Nacht in der Klinik bleiben. Am nächsten Tag würden sie sich im Laufe des Tages wieder melden. Ich könne nicht anrufen um mich zu erkundigen, denn wegen der Feiertage wären sie nur im Notbetrieb und müssten sich vorrangig um die Patienten kümmern, anstatt zu telefonieren. Brav wartete ich. Um die Mittagszeit kam der erlösende Anruf: Mila könne laufen, aber sie würde nicht fressen und nicht pinkeln.
Ich sagte, dass ich gerne kommen würde. Ich würde davon ausgehen dass sie bei mir pinkelt. Kromfohrländer sind da eigen 😉
Ich bekam die Zusage dass ich Mila mit nach Hause nehmen dürfe, wenn sie Urin absetzt. Ich könne ein paar Meter am Neckar entlang laufen, sagte man mir am Telefon. Ich war doch sehr überrascht und erfreut. SO GUT konnte Mila schon wieder laufen, einen Tag nach der OP??? So gut, dass wir am Neckar entlang spazieren können???
Das Bild welches sich dann vor Ort zeigte, war dann ein ganz anderes. Mila wurde getragen und vor der Türe vor mir abgesetzt. Sie war völlig verunsichert, gleichzeitig auch hoch erfreut – aber von selbständigem Laufen war nichts in Sicht. Sie kippte sofort hinten um, sie taumelte wackelig. Mit diesem Anblick hatte ich nicht gerechnet und war überfordert. Die Arzthelferin machte Mila ein Handtuch als Schlinge unter den Bauch und so unterstützt, liefen wir die wenigen Schritte bis zum Pinkelplatz gleich bei der Kliniktüre. Mila pinkelte sofort! Immerhin!! Hartmut nahm Mila auf den Arm und setzte sie vorsichtig in ihre Hundebox. Ich sah, dass Mila am vorderen Bein einen Verband trug und dachte es sei ein Druckverband.
Ich musste eine Weile im Wartezimmer warten bis eine mir unbekannte Ärztin kam, die mich kurz aufklärte was wir zu Hause alles beachten müssen und wie es über die Ostertage mit Schmerzmittel weitergeht. Sie war im Stress, denn schon wurde der nächste Notfall eingeliefert. Wieder weinende Menschen im Flur. Ich dachte: Nur schnell weg hier! Ich schaute nochmals zu Mila in die Box und bemerkte dass sie ihr Halsband nicht trug. Das personalisierte Mila-Halsband, welches ich neulich erst zu meinem Geburtstag bekam! Ich ging zurück, störte leider schon wieder und fragte nach dem Halsband. Es war mir unangenehm, denn was ist schon so ein Halsband, wenn die Hütte brennt wegen ständiger Notfälle.
Die Arzthelferin suchte überall. Ich gab ihr nochmals den Tipp im CT-Raum zu suchen. Es wäre das Logischste wenn es dort läge. Tatsächlich, irgendwann hatte sie es dort gefunden. Jetzt aber wirklich nichts wie weg hier.

Am ersten Tag nach der OP war ich sehr nervös. Es hat mich enorm beängstigt weil die Hinterbeine von Mila noch so lahm waren. Ich hatte die Ärztin gefragt ob das normal sei nach der OP? Sie meinte, normal sei das nicht, man müsse jetzt einfach mal abwarten.
Dass ein Hund nach einer OP schwach und hilflos ist, dazu apathisch und unsicher, das ist mir klar. Aber wenn diese OP nun gar nichts geholfen hat? Wenn Mila ihre Hinterbeine nie mehr richtig einsetzen kann? Bilder von Hunden, die sich mit Hunde-Rollwagen durch die Gegend schleppen, schiessen mir durch den Kopf.  Es heißt, diese Hunde haben durchaus ein gutes und berechtigtes Leben. Aber unsere lauffreudige Mila im Rollwagen?
Mila auf den Arm zu nehmen um sie in den Garten zu tragen war auch eine große Überwindung für mich. Hartmut traute es sich besser. Man möchte ja auf keinen Fall etwas kaputt machen. Die riesen Narbe am Rücken! Wie nimmt man den Hund auf, wie trägt man ihn richtig in dieser Situation. Man hatte es uns kurz erklärt, aber es dann selber zu machen ist noch einmal etwas anderes. Irgendwann nahm ich all meinen Mut zusammen und schaffte es, Mila nach draussen zu tragen.

Am nächsten Tag, also gestern, sah es schon besser aus. Mila konnte im Garten wenige Schritte taumelnd laufen. Sie spürte ihre Hinterbeine wieder besser und konnte sie ein wenig benutzen.
Das gibt uns die Hoffnung dass sie eines Tages wieder normal laufen kann.
Jetzt ist Physiotherapie unendlich wichtig. Die Therapeutin, die mir neulich für den 11. Mai einen Termin anbieten konnte, ist so lieb und wird uns in diesem Notfall schon viel früher unterstützen. In drei Tagen haben wir unseren ersten Termin bei ihr 🙂
Nun war es an der Zeit den Druckverband abzumachen. Ich wickelte die erste Schicht des Verbandes ab und bekam einen Schreck: Da steckte ja noch der Katheter drin!! Zum einen war ich mir nicht sicher ob er durch meine Abwickelaktion noch am richtigen Ort sass, zum anderen sollte dieser doch einen Tag nach der OP gezogen werden. Das hatten sie dort sicherlich durch die vielen Notfälle und das Halsband suchen total aus dem Blick verloren. Gut, ich hätte ja auch fragen können, ich war aber auch nicht so klar im Kopf gewesen.
Ich rief in der Klinik an. Der AB war dran: Sie können nicht ans Telefon weil sie sich um die Patienten kümmern müssen, bei Notfällen dürfe man einfach vorbeikommen.
Ein Katheter im Bein ist kein Notfall. Und nun extra wieder eine Stunde nach Heilbronn fahren?
Da ich meinen Tierarzt von hier auch privat etwas kenne, war ich so unverschämt und rief ihn an Ostern privat an. Er sagte es sei überhaupt kein Problem wenn ich den Katheter selber ziehe. Er erklärte mir wie ich es zu machen habe – und schwupps, so habe ich es dann auch gemacht. Ist echt nicht schwer. Wieder eine Aufregung gut überstanden.

Heute ist nun Ostermontag und Mila läuft noch immer wackelig und stacksig. Da ich keinerlei Erfahrung mit Bandscheibenvorfällen habe, kann ich nicht einschätzen ob Mila schon gut läuft oder nicht.
Morgen sind wir bei meinem Tierarzt und ich bin gespannt wie er die Lage einschätzt. Ich hoffe er hat dann auch den Bericht von der Klinik.
Ansonsten treffen wir hier Vorkehrungen und Entscheidungen. Wir haben zwei orthopädische Matratzen für Mila bestellt. Ausserdem ein Gitter. Sie bekommt eine Ecke im Wohnzimmer, eingezäunt mit diesem Gitter. So ist sie mitten unter uns, an ihrem geliebten Fensterplatz, kann aber im unbeobachteten Moment nicht aufs Sofa springen oder die Treppen im offenen Treppenhaus benutzen. Hier müssen wir sie leider einschränken, denn sonst war die ganze OP und die kommende Reha umsonst. Das Sofa zieht sie schon jetzt magisch an und sie würde zu gerne da oben liegen.  Solange das Gitter nicht da ist, können wir Mila keine Minute aus den Augen lassen. Wir teilen es uns ein, jeder sitzt mal bei ihr. Die Zuwendung und das „nicht alleine sein“, tun ihr jetzt ohnehin gut. Sie ist ja auch ziemlich durch den Wind und weiss sicherlich gar nicht was ihr da geschehen ist.
Tapfere Mila – du bist eine wahre Kämpferin und wirst es hoffentlich schaffen!

Karsamtag. Wir dürfen Mila mit nach Hause nehmen.

In der Klinik hat Mila nichts gefressen. Im Auto frisst sie gierig.

Heftige Narbe am Rücken


Wackelig steht Mila auf vier Füßen. Die Näpfe stehen nun erhöht. Das entspannt den Rücken. 

Plötzlicher Wintereinbruch an Ostermontag – Levi freut sich am Schnee. Ich freue mich nicht.

Und die Blumen freuen sich auch nicht. Aber wir müssen es nehmen wie es kommt…im Leben scheint nicht immer die Sonne.

Mila wurde operiert

Heute morgen war es deutlich: Wir mussten mit Mila in die Klinik.
Die Röntgenbilder ergaben keinen Befund. Im CT sah man das Übel: Ein massiver Bandscheibenvorfall. Mila wurde sofort operiert.
Die Operation verlief anscheinend gut und Mila ist auch wieder gut aus der Narkose erwacht. Sie ist natürlich noch in der Klinik. Wie alles weitergeht wissen wir noch nicht. Jetzt sind wir erst einmal froh, dass Mila die OP hinter sich hat.

Ein ausführlicherer Bericht folgt…

Geliebte echte Mila. Wir vermissen dich. Hoffentlich kommst du bald wieder nach Hause. Wir denken feste an dich.

1. April

Zum Scherzen (Aprilscherz) ist mir heute nicht zumute. Ich bin frustriert. Obwohl die Sonne so herrlich scheint, der Mirabellenbaum ganz wunderbar blüht, die Bienen summen, die Vögel zwitschern und die Tulpen um die Wette blühen.
Mila!
Am Montag war Anna mit ihr beim Tierarzt, nachdem Mila akut Probleme mit dem  Rücken hat. Die Schmerzspritze half nicht viel. Am Dienstag telefonierte ich deshalb nochmals mit der Tierärztin. Sie meinte ich solle vor den Feiertagen noch zur Tierklinik zum Röntgen fahren. Es war wirklich nicht einfach, einen Termin in der Klinik zu bekommen. Doch dann bekam ich eine Zusage, ich könne am Mittwochnachmittag kommen (und solle viel Wartezeit mitbringen).
Am Mittwochmorgen (also gestern) begrüßte mich Mila in einem völlig anderen Zustand. Sie kam locker zu mir, die Rute wedelte, ich war erstaunt. Beim kurzen Morgenspaziergang ging es gerade so prima weiter, Mila lief sehr entspannt und trabte freiwillig, schnüffelte, war fast die Alte. Ich rief die Klinik an. Da es nun kein Notfall mehr war bei Mila, sagte ich den Termin ab.
Und heute?!! Heute geht es Mila – warum auch immer – wieder so wie am Montag und Dienstag. Nicht völlig schlecht, aber auf keinen Fall gut. Sie läuft langsam und vorsichtig (ist ja auch richtig, dass sie sich schont). Ich telefonierte mit einer Hundephysiotherapeutin. Ich kann erst am 11. Mai zu ihr kommen, vorher hat sie keinen Termin frei.
Nun hoffe ich, dass wir halbwegs gut über die Feiertage kommen (Schmerztabletten habe ich ja vorrätig) und dann geht es wohl gleich am Dienstag nochmals zum Tierarzt – und womöglich eben doch auch bald zum Röntgen??? Wir werden sehen.

Gestern war mein letzter „Arbeitstag“ beim Landschaftpflegehof. Dort war ich für zwei Monate angestellt. Meine eigentliche Aufgabe, nämlich bei der Lämmeraufzucht zu helfen, habe ich allerdings an keinem Tag gemacht 🙂
Stattdessen war ich all die Zeit für das homeschooling zuständig. Mit Benjamin lernte ich in den letzten Wochen bei mir im Haus. Mila lag entspannt neben dem Lerntisch und strahlte Ruhe aus. Sie war echt ein guter Schulbegleithund.
Am letzten Tag zeigte mir Benjamin auf seinem Hof aber noch seine Welpen. Es sind kleine wuschelige Herdenschutzhunde. Benjamin darf mit ihnen kuscheln. Ansonsten haben die Welpen fast keinen Kontakt zu Menschen. Das ist wichtig, damit sie entsprechend geprägt werden und später ihren Job richtig machen können.

Unsere Schildkröte Lina ist kürzlich aus dem Winterschlaf erwacht. Ihr geht es bestens.
Auch unsere vier Meerschweinchen freuen sich über das herrliche Wetter und genießen es, draussen im großen Freistall zu sein.

Levi, unser Pferdchen, kam heute zu uns nach Michelbach. Bis Anfang Juni bleibt er bei uns im Garten.
Nun hoffe ich so sehr, dass es mit Mila bald aufwärts geht. Im Moment kann ich mir gar nicht vorstellen, dass sie eines Tages wieder flink und flott über die Wiesen fegt…
Ich wünschte ich könnte zaubern.

Ostern steht vor der Türe. Mit meinem Mann und dem Team der Kinderkirche habe ich auch in diesem Jahr einen Gottesdienst-Film gemacht. An Ostersonntag kann man ihn sich ab 10.00 Uhr anschauen.
Der Film bleibt lange online, so kann man ihn sich auch erst später einmal anschauen.
Unglaublich, auch ein reinrassiger Kromfohrländer ist als Gast bei dem Gottesdienstfilm dabei 🙂
Osterfilm

Und nun wünschen Mila und ich euch ein frohes und buntes Osterfest!

Fröhliche Ostern, ihr Lieben!

Gestern ging es Mila überraschend gut – heute war leider wieder kein so guter Tag. Mila hat Probleme mit dem Rücken.

Lina, die Schildkröte kennt keine Rückenschmerzen. Sie ist wohlbehalten aus dem langen Winterschlaf erwacht.

Die Meeries freuen sich: Endlich wieder im großen Freistall, draussen an der frischen Frühlingsluft.

Seit heute ist Levi wieder in Michelbach bei uns am Haus.

Gestern war der letzte Tag mit Benjamin. Ich unterstützte ihn die letzten Wochen bei mir im Haus beim homeschooling.

Benjamin und seine Herdenschutzwelpen.

Der Wurm ist drin…

Aktuell machen wir uns mehr Sorgen um Mila als um Levi.
Aber der Reihe nach: Unser Pferdchen Levi wurde, nachdem er sich mehrfach das Hufeisen heruntergetreten hatte, vom Schmied wieder beschlagen. Der Schmied meinte, man müsse nicht kleben, sondern könnte nochmals beschlagen. Ich war froh, denn dieser Vorgang ist sehr viel einfacher als ein Eisen zu kleben.
Die Freude war nur von kurzer Dauer. Wenige Stunden später war der neu beschlagene Huf spürbar warm. Die Hofbesitzerin half mir und wir machten einen kühlenden Umschlag um den Huf und gaben Levi zusätzlich entzündungshemmendes Mittel. Ausserdem entfernten wir einen Hufnagel weil der doch ziemlich weit oben im Huf sass.
Am nächsten Tag war zufällig die Tierärztin vor Ort und ich bat sie, auch Levi anzuschauen. Das Auge (das neulich dick war und einen kleinen Kratzer auf der Hornhaut hatte) war wieder in Ordnung. Die TÄ untersuchte den Huf und meinte wir können das Eisen drauflassen. Es wäre nun eben die Frage, ob sich durch den erneuten Beschlag im Huf evtl ein kleines Geschwür bildet oder nicht. Da müsse man abwarten und sehen wie sich alles entwickelt. Ich bekam den Rat, den Huf mit Sauerkraut einzuwickeln. Und ich sollte noch weitere Tage das entzündungshemmende Medikament geben.
Mittlerweile hoffe ich, wir sind über den Berg. Vorsichtig reite ich Levi wieder und das ist auch nötig, denn Levi braucht die Bewegung, weil sich sonst zu viel Schleim in seinen Bronchien ansetzt.
In drei Tagen holen wir Levi übrigens nach Michelbach.

Vorgestern war es sehr windig und kalt. Mit Levi und Mila machte ich einen Spaziergang. Mila hatte in der letzten Zeit wieder öfters Popo gerutscht, wegen ihrer Analdrüsen. Ich dachte noch, dass ich direkt nach Ostern wieder danach schauen lasse. Abends schnitt ich noch ihre Krallen und dachte, alles sei gut. An dem Abend kam Anna für zwei Wochen von Wien nach Hause und Mila freute sich. Die beiden liefen eine Runde spazieren und da fiel Anna auf, dass Mila nicht so gerne mitlief.
Am nächsten Morgen (gestern) war es ersichtlich: Mila lief sehr klamm. Ich hatte sofort den Verdacht, dass es vom Rücken kommt. Ich gab ihr eine Schmerztablette. Heute Nacht weckte mich Mila. Ich gab ihr nochmals eine Schmerztablette und sie konnte wieder schlafen. Natürlich rief ich heute gleich beim TA an. Weil ich heute vormittag arbeiten musste, fuhr Anna mit Mila zum TA. Der Verdacht wurde bestätigt: Mila hat ein Problem im Rücken. Sie bekam eine Spritze und wir bekamen nochmals Schmerztabletten mit. Wenn es nach Ostern nicht deutlich besser ist, müssen wir Mila genauer untersuchen lassen, bei Fachleuten für Rückenthemen. Die TÄ vermutet, dass der kalte Wind und das häufige Poporutschen für die Verspannungen verantwortlich sind. Jetzt darf Mila nur wenig gehen und nur auf gerade Flächen. Auf keinen Fall Treppen, dafür viel Wärme usw.
Sollte es schlechter werden, heißt es in die Tierklinik zu fahren…

Ostern steht vor der Türe…bitte nicht Tierklinik über Ostern!!!
Im Moment liegt Mila bei ihrem Herrchen, der im homeoffice arbeitet. So ist sie nicht alleine. Durch die Scheibe dringt Wärme auf ihren Rücken. Ein gutes Plätzchen zum sich erholen.
Es tut mir so leid. Ich würde Mila gerne viel mehr helfen aber letztlich muss man jetzt auch hier gewisse Geduld haben. Die TÄ sagte, das geht nicht von heute auf morgen weg.


Mila sichtlich mitgenommen. Sie liegt bei ihrem Herrchen. So ist sie nicht alleine wenn ich mich solange ums Pferd kümmere…

Monatsfoto März

21. März 2021 – wieder gibt es das Monatsfoto!
Heute ist Frühlingsanfang (brrr – aber ziemlich kalter Frühlingsanfang!) und ein Zweibeiner im Hause Lang feiert Geburtstag. Das ist der Grund, warum Mila seit heute ein ganz wunderschönes neues Halsband trägt 🙂
Habt einen schönen Tag ihr Lieben!
21. März – das Monatsfoto


Wie letztes Jahr: Kurz vor dem Geburtstag kommt es zu Ausgangssperre und strengem Lockdown in unserem Landkreis.
Glückwünsche, Blumen, Kerzen und Kuchen gibt es aber trotzdem 🙂

Frauchen freut sich über ein besonders schönes neues Halsband, welches Mila nun tragen darf.

Warm eingepackt geht es am Fluss entlang. Wie schön, dass auch Rahel heute dabei sein kann 🙂

Viel Platz zum Rennen – ein Geburtstagsspaziergang nach unserem Geschmack.

Zum Vormerken

Der Blog von Mila hat eine neue Rubrik: Hohenloher Kromispaziergang!
Schaut euch diese neue Seite doch mal an.
Denn – vielleicht habt auch ihr Lust und Zeit am 18. September beim ersten Hohenloher Kromispaziergang mitzulaufen?
Ich selber gehöre seit 2020 dem Verein rauhaariger Kromfohrländer e.V. an.
Früher war ich Teilnehmerin am Stuttgarter Kromfohrländerspaziergang der von der Interessengemeinschaft rauhaariger Kromfohrländer organisiert war. Diese Spaziergänge, mit ganz unterschiedlichen Kromis, fand ich immer sehr schön. Die IGRK hat sich mittlerweile aufgelöst und auch den Stuttgarter Kromi-Spaziergang gibt es nicht mehr.
Wer weiss, vielleicht kommen manche Stuttgarter Kromi-Leute nun nach Hohenlohe? 🙂
Es ist mir wichtig, dass die Menschen und Hunde einen schönen Spaziergang erleben. Somit werden die Hunde zunächst alle an der Leine sein und wir werden uns „kontrolliert“ miteinander auf den Weg machen.
Abstand halten haben wir durch Corona ja nun gut geübt 🙂
Hunde brauchen auch ohne Corona zunächst immer einen gewissen Abstand wenn sie sich nicht kennen. Doch je länger wir laufen, umso entspannter wird alles werden…
Wenn ich merke, dass manche Hunde nicht miteinander harmonieren, bleiben sie eben an der Leine und halten mehr Abstand zueinander. An der lockeren Leine zu sein ist ja keine Strafe. Im Gegenteil, es trägt in solchen ungeübten Situationen sowohl für die Zweibeiner als auch für die Vierbeiner zur Entspannung bei.
Denn den Satz: Die Hunde regeln das schon von selbst, den müssen wir wirklich verbannen. Aber ich bin absolut zuversichtlich, dass wir das gemeinsam toll hinbekommen. Die Fotos und Berichte von vielen Kromi-Spaziergängen in ganz Deutschland und auch der Schweiz zeigen ja, dass es funktioniert.

Bis September ist es noch lange hin. Dennoch wollten wir euch den Termin schon rechtzeitig nennen. Zu Zeiten, in denen es wenige Termine gibt, weil wegen Corona sehr vieles nicht stattfinden kann, macht es vielleicht Freude, sich einen schönen Termin im Kalender zu notieren 🙂
Eure Iris mit Mila

12 Jahre

Heute vor 12 Jahren zog unser Pferdchen Levi beim Habelhof ein. Am 11. März 2019 hatten wir ihn gekauft (zum 8. Tauftag unserer Kinder) und am 16. März fuhr der Pferdeanhänger auf den Hof und Levi wurde ausgeladen.
Damals war Levi knapp 4 Jahre alt.
Ziemlich dünn war er damals, denn die vorherige Besitzerin war in Geldnöten und konnte ihre Pferde nicht mehr richtig versorgen. Sie musste alle Pferde abgeben. Ein Händler kaufte einige Pferde auf und ich wiederum kaufte Levi von diesem Händler. Ich liess eine Ankaufsuntersuchung von einem Tierarzt machen und alles schien in Ordnung zu sein. Ja, gesund war Levi. Allerdings stellte sich nach kurzer Zeit heraus, dass er Haarlinge mitbrachte (vergleichbar mit Kopfläusen beim Menschen). Mit speziellen Waschungen bekamen wir dies gut in den Griff.
Mit Levi haben wir das große Los gezogen.
Wahrscheinlich sagt das fast jeder Pferdebesitzer von seinem Pferd 🙂
Aber ich bin wirklich enorm froh und glücklich mit Levi.

Im Moment gibt es allerdings kleinere „Aufregungen“. Zum einen hat sich Levi in der letzten Woche gleich dreimal hintereinander sein hinteres Hufeisen runtergerissen!! Nicht beim Ausreiten oder beim Weidegang, sondern in seinem Offenstall. Er steht ja wieder bei der Gruppe der Schwarzwaldpferde und dort zog neulich noch ein Norweger mit ein. Die Gruppe muss sich neu finden. Da gibt es Rangordnungskämpfe und Levi hält sich nicht zurück. Leider hat er dadurch gerade etliche Bisswunden. Die sind nicht zu schlimm. Aber am Samstag hatte er ein dickes Auge. Ich brauchte die Tierärztin. Sie entdeckte ein kleines Löchlein in der Hornhaut. Auch äußerlich am Augenlid war das Auge ein wenig verletzt. Levi bekam eine entzündungshemmende Spritze und ich gebe ihm nun einige Tage lang morgens und abends Augentropfen. Zum Glück lässt er sich das gut machen.
Wahrscheinlich gab es am Fressständer Rangeleien und dabei schlug er sich ungünstig den Kopf an eine Stange.
Zusätzlich nun also auch noch das fehlende Eisen!!! Zuerst machte es der Schmied wieder drauf, der zufällig da war. Zwei Tage später war das Eisen wieder unten. Die Hofbesitzerin nagelte es wieder drauf. Zwei Tage später war es wieder unten! Mittlerweile ist der Huf so sehr ausgerissen, dass man das Eisen wohl nicht mehr draufnageln kann. Ich denke man muss ein spezielles Eisen zum Kleben nehmen… Jetzt muss erst einmal der Schmied Zeit für uns haben – und das kann dauern.
Solange kann ich nicht reiten und auch nicht mit Levi spazieren gehen, denn der Huf würde sich zu schnell ablaufen. Heute nahm ich Levi mit auf den kleinen Reitplatz. Es war zwar sehr matschig, dennoch durfte Levi kurz mal toben. Er braucht die Bewegung vor allem für seine Lungen, damit sich nicht zu viel Schleim bei ihm festsetzt.
Geplant ist, dass Levi am 1. April wieder für 2 Monate zu mir nach Michelbach zieht. Wegen seiner Rapsallergie. Ich hoffe, dass wir bis dahin eine gute Lösung für den eingerissenen Huf gefunden haben.

Ein Selfie mit Levi. 12 Jahre beste Freunde!!

Nach dem Wälzen in der Matschwiese macht sich Levi starklar…

…juchei – jetzt geht es los…

…zu einem schönen Abendgalopp!

Hundebegegnungen

Kann es sein, dass es immer mehr Hunde gibt? In unserer Strasse, in unserem Dorf, in unserer Stadt, in unseren Wäldern, einfach überall??
Es heißt, durch die Pandemie haben immer mehr Menschen das Bedürfnis nach einem treuen Freund. Das kann ich gut verstehen.
Ein wenig schwingt die Sorge mit, dass nach der Pandemie womöglich etliche Hunde wieder im Hundeheim landen? Hoffentlich nicht!

Was man aber tatsächlich sagen kann: Das Thema „stressfreie Hundebegegnung“ wird immer wichtiger. Denn je mehr Hunde es gibt, umso öfter gibt es auch Begegnungen.
Heute war ich mit Mila deshalb mal wieder in der Stadt. Denn dort begegnen wir unbekannten Hunden. Es geht mir nicht darum, dass Mila mit diesen Hunden engen Kontakt aufnimmt. Mir ist wichtig, dass sie stressfrei an diesen Hunden vorbeiläuft (mit entsprechendem Abstand). Selbst wenn Mila angekläfft wird, soll sie souverän bleiben und nicht zurück bellen.
Das haben wir heute prima geschafft 😉
Erste ganz wichtige Regel: Leine locker lassen.
Ein angespannter Hund wird durch eine kurze angespannte Leine nicht entspannter!
Zweite Regel: Auf den Abstand achten.
Ich selber gehe in der Mitte und nehme Mila auf die Seite. Einerseits muss sie dann nicht so nah am fremden Hund vorbeilaufen. Zum anderen ist es dann nicht ihr Job die Hundebegegnung zu regeln. Es ist meine „Chefsache“. Mit selbstsicherem Gang und klarer Haltung laufe ich an dem fremden Hund vorbei.
Wenn dieser Hund in der Leine hängt und uns anbellt, dann nehme ich als Zusatzhilfe für Mila ein Leckerlie in die Hand. Mila schaut nach dem Leckerlie und bekommt es auch sofort, wenn sie still an dem anderen Hund vorbeigelaufen ist.
Was mich schrecklich nervt, sind die Hundebesitzer, die ihre aufgedrehten Hunde beim Vorbeilaufen so nahe an uns herankommen lassen! Ich sage oft schon aus einiger Entfernung: „Bitte lassen Sie Ihren Hund nicht zu nahe an meinen Hund. Wir mögen das nicht!“ Und ich bin immer wieder erstaunt wie viele das nicht gebacken kriegen. Die Flexileine schnurrt und der fremde Hund kommt immer näher. „Der will nur mal an Ihrem Hund schnüffeln!“
Es gibt leider noch immer viele Hundebesitzer die denken, jeder Hund würde sich wahnsinnig freuen von einem anderen Hund geküsst zu werden. Liebe Leute, Hunde wollen sich nicht immer beschnüffeln, erst recht nicht, wenn sie angeleint sind (und im Ernstfall nicht flüchten können).

Der aufmerksame Leser fragt sich vielleicht: Wie soll das gehen? Wenn die Leine locker sein soll, wie bleibt der Hund dann bei mir und zieht nicht rüber zum anderen Hund??
Tatsächlich geht das nur, wenn Du und dein Hund ein tolles Team seid. Dein Hund findet dich so super, dass er eben nicht wie verrückt zum anderen Hund zerrt.
Um so ein tolles Team zu werden reicht es natürlich nicht, zweimal am Tag eine kleine Runde zu drehen, den Hund vor- oder hinter sich herziehend, Handy am Ohr, Gedanken ganz woanders…
Ich muss den Hund aber auch nicht pausenlos trainieren und betütteln.
Aber: Im Alltag immer wieder Zeiten einbauen, die ganz dem Hund gehören. Ihn mit dem Kopf fordern und ihm in dieser Zeit volle Aufmerksamkeit schenken – da ist schon sehr viel erreicht.

Mit manchen Hunden (auch fremden Hunden) darf Mila leinenlos toben und rennen. Hier ist es gut, die Körpersignale des Hundes einigermassen lesen zu können. Um rechtzeitig zu erkennen, ob die Hunde miteinander klar kommen oder nicht, bevor es eskaliert.

Mila ist keine Hündin, die gechillt an jedem Hund vorbeigeht. Sie ist eher unsicher und braucht deshalb meine Führung.
Heute haben wir also wieder gut geübt. Alle Hundebegegnungen die positiv verlaufen, festigen den Hund und lassen ihn entspannter sein.
Allerdings lässt es sich nicht vermeiden, dass es auch immer wieder zu angespannten Begegnungen kommt (und diese negativen Erfahrungen werden beim Hund genauso abgespeichert).

Hundebegegnungen zu meiden ist übrigens nicht die Lösung. Wer will schon zu Nachtstunden alleine im Wald laufen um auf keinen anderen Hund zu stoßen?
Unsere Hunde und wir müssen die Herausforderung annehmen und uns damit arrangieren, dass es immer mehr Hunde auf kleinerem Raum geben wird. Let´s go…

Auf dem Weg in die Stadt Schwäbisch Hall. Immer am Fluss Kocher entlang.

In den Parkanlagen trifft man immer wieder auf Hunde. Hier läuft Mila leinenlos und hat gelernt nicht nach vorne zu dem fremden Hund zu rennen.

Ein „Sitz“ in der Stadt. Passanten an sich vorbeilaufen lassen und trotzdem ruhig sitzen bleiben…

Warten vor dem Laden bis Frauchen wiederkommt. Dabei nicht bellen oder quengeln oder an der Leine ziehen. Einfach warten…
Und wenn Frauchen wiederkommt sich RIESIG freuen.


„Ich bin zwar lieber ein Wald-Feld-Wiesenhund. Aber in der Stadt kann ich mich auch sehen lassen“!

Monatsfoto Februar

Vor wenigen Tagen noch tiefgefrorene Landschaft mit Schnee und Eis, gestern plötzlich Frühling mit herrlichem Sonnenschein.
Die ersten Frühlingsblüher schauen aus der Erde, Schmetterlinge waren schon zu sehen und die Obstbäume rufen nach einer neuen Frisur. Gut dass die Baumfriseure nicht im Lockdown sind.
Gestern wurde also mal wieder fleissig im Garten geschuftet, heute haben wir Muskelkater 🙂
Heute, am 21. Februar gibt es das Monatsfoto von Groß-Mila und Klein-Mila.
Jedes Jahr von Neuem freue ich mich riesig über die ersten Krokusse, Schneeglöckchen und wilde Primeln. Auch wenn es nochmals Schnee geben sollte, der Frühling mit helleren Tagen und Wiesenduft ist in spürbarer Nähe.

Monatsfoto Februar im Sonnenschein

Herzensfreude: Die ersten Schneeglöckchen

Willkommen, ihr lieben Primeln. Die ersten Bienen werden sich freuen.

In einem großen Garten gibt es immer viel zu tun!!

Mähhh…

Ende Dezember endete meine Tätigkeit im Waldkindergarten. Aus pädagogischen Gründen wurde meine kleine Stelle dort neu definiert und mir wäre der neue Auftrag zu viel geworden.
Im Januar hatte ich nun frei. Schnell stellte ich fest, dass mir das Arbeiten fehlt. Ich kann zwar nicht mehr wie früher mit Vollgas 100 Prozent arbeiten, aber im Mini-Jobbereich eine kleine Aufgabe übernehmen, das würde mir schon gefallen! Zumal meine vielen ehrenamtlichen Aufgaben durch Corona derzeit auch nicht oder nur sehr begrenzt möglich sind. Und nachdem nun auch unsere drei großen „Kinder“ alle beim Studieren sind, spüre ich umso mehr, dass ich nicht nur zu Hause sein möchte.
Erzieherinnen werden gesucht. Es wäre also nicht schwierig, als Erzieherin einen Job zu bekommen. Doch auch hier macht Corona die Sache kompliziert: Lockdown, Notbetreuung, Hygienekonzepte, die in einem Kindergarten nur schwer umgesetzt werden können…
Ich werde mit einer Tätigkeit im päd. Bereich warten bis ich eines Tages geimpft bin.
Wobei – irgendwie bin ich ja nun doch wieder pädagogisch unterwegs…

… ich wurde Anfang Februar beim nahegelegenen Landschaftspflegehof im Mini-Bereich eingestellt für die Zeit der Lämmeraufzucht. Derzeit lammen dort 350 Mutterschafe. Und das bedeutet für die Schäferfamilie sehr viel mehr Arbeit im großen Schafstall. Eigentlich wäre es meine Aufgabe gewesen, im Stall mitzuhelfen.
Eine Herdenschutzhündin bekam Welpen, es ist ihr erster Wurf. Die Hündin, die fremden Menschen gegenüber ohnehin reserviert ist (das ist ja ihr Job!), ist nun noch abweisender Fremden gegenüber (was auch völlig in Ordnung ist). Würde ich als fremde Person nun aber im Stall mithelfen, wäre die Hündin gestresst, würde ständig bellen und würde den Stress an ihre Welpen und an die Schafe weitergeben. Das wäre nicht sinnvoll.

Der Schäferfamilie ist durch eine andere Aufgabe meinerseits geholfen. Während sie sich um die Stallarbeiten kümmern, begleite ich täglich am Vormittag das homeschooling von ihrem Sohn. Benjamin und ich kennen uns schon aus dem Waldkindergarten und sind ein gutes Lern-Team.
Jetzt in den Ferien müssen wir nicht ganz so viel lernen und haben nach dem Erledigen von Deutsch und Mathe auch noch Zeit, um uns um Bennis Tiere zu kümmern. Der Hase wird gebürstet. Das Pony auch. Und wir machen einen schönen Spaziergang zum Adelbach mit Pony-Oma Krümel.
Heute war Benni mein Lehrer und zeigte mir, wie man ein Lämmchen richtig hält. Ich habe von ihm gelernt, warum alle Lämmer und Schafe Zahlen auf ihrem Rücken haben: Na klar, damit die Schäfer wissen, welches Lamm zu welchem Mutterschaf gehört. Die Schafe wissen das von ganz alleine, die brauchen diese Zahl nicht!
Ein Lämmchen benötigte heute eine Spritze und ich durfte das kleine Böckchen halten. Da geht mir ja voll das Herz auf. Sie sind aber auch einfach herzig diese kleinen Lämmchen!!
Leider kann man hier auf dem blog nur lesen und schauen. Wenn man hören könnte, dann würde man das Mähhh-Meer hören. Die Schafe blöken mit tiefem Gesang ununterbrochen. Doch wenn der Schäfer die Heuraufen öffnet, dann ist es sehr schnell still. Dann hört man nur noch zufriedenes Kauen und vielleicht hin und wieder ein feines Blöken eines Lammes: Mähhh.
Irgendwann wird man wohl auch Welpen-Bellen hören.
Je nachdem, wie sich Hündin Dana entspannt, kann ich später auch mal mehr im Stall mithelfen. Wir werden sehen und bestimmt werde ich hier im blog mal wieder berichten.
Vielen Dank an Benni und seine Eltern, die mir erlaubten von ihrem Hof zu berichten und die Fotos einzustellen.

Ach ja – prima ist natürlich auch, dass Hartmut nach wie vor im homeoffice arbeitet. So ist unsere Mila nicht alleine, solange ich weg bin. Und am Nachmittag geht es für mich mit Levi und Mila dann zum Ausreiten…

Jeden Morgen um 8.30 Uhr beginnt das homeschooling

Benni ist ein toller Schüler. Zuerst liest er mir vor. Danach gibt es viele Arbeitsblätter von der Schule, die er erledigen muss.

Das Pony Krümel und die Eselstute Rübe gehören Benni.

Nach dem Lernen gehen wir eine Runde spazieren

Zwei ziemlich beste Freunde 😉

Im großen Schafstall gibt es jede Menge zu tun!


Das Lamm 200, einfach zu süß!!

„Schau, Iris, so hält man ein Lamm“

Böckchen 127 ist etwas matt und braucht eine Spritze. Hoffentlich geht es ihm bald wieder besser…mähhh.

Alle Wetter

Die ersten Tage im Februar waren wettermässig sehr abwechslungsreich. Viel Regen mit Überschwemmungen, zwischendurch kurz mal die Sonne, jetzt der Kälteeinbruch.

Mit Mila war ich in letzter Zeit ein paar mal in der Stadt unterwegs. Nicht dass man derzeit in der Stadt etwas Spannendes erlebt. Fast alle Läden sind zu. Aber hin und wieder Stadttraining zu machen, das tut uns gut. An lockerer Leine mitlaufen, andere Hunde ignorieren, sich im Drogerieladen brav verhalten, mit ungewohnten Geräuschen und Situationen konfrontiert werden, das ist mal etwas anderes, als am Pferd mitzulaufen.
Beim Hundeführerschein, den Mila und ich vor zwei Jahren machten, war auch viel Stadttraining dabei. Diese Übungen frischten wir nun etwas auf. Leider kann ja schon länger keine Hundeschule mehr stattfinden, da heißt es, sich selber kleine Trainingseinheiten auszudenken 🙂
Milas Fell war ziemlich lang und „strubbig“ und rief geradezu danach getrimmt zu werden. Das alte tote Haar liess sich sehr leicht zupfen. Besonders die Ohren sehen nun wieder ganz anders aus, weil die langen Zusseln fehlen.
Zu Milas RundumPflege gehört auch das tägliche Zähneputzen. (Naja, fast täglich). Immer wieder hörte ich von Hunde-Leuten, dass sie eine spezielle Ultra-Schall-Zahnbürste für Hunde sehr empfehlen können. Diese moderne Bürste hat einen stolzen Preis und bisher schreckte dieser mich ab. Im Hundeladen in Michelbach gab es nun eine Ultraschall-Zahnbürste im „Angebot“. Und so ist Mila nun Besitzerin einer sehr schicken Zahnbürste. Da Mila einen angeborenen Zahnschmelzdefekt hat, ist es bei ihr sehr wichtig, die Zähne gut zu pflegen. Der große, braune Fleck an ihrem Fangzahn kann nicht weggebürstet werden, denn er stammt aus einer Verletzung des Zahnes während dem Zahnwechsel. Aber ich hoffe, dass es durch die Ultraschall-Zahnbürste möglich ist, den Zahnstein in Schach zu halten. In zwei, drei Monaten werde ich mal berichten, ob es durch die Ultraschallbürste zu Verbesserungen kam.

Von Levi gibt es zu erzählen, dass er seit kurzem zurückgezogen ist, zu der Herde der Schwarzwald-Pferde. Er lebt nach wie vor auf dem Habel-Hof!! Doch in der Herde, in der er dort die letzten Monate lebte, war er der absolute Chef und liess nur ungern andere Pferde neben sich fressen. Da zu dieser Herde immer wieder neue Einsteller-Pferde dazukommen, gab es oft Unruhe und Kampf um die Rangordnung.
Bei der Herde der Schwarzwälder ist die Rangordnung für Levi klar: Er ist dort rangniedrig. Punkt. Aber er wird von den Schwarzwäldern nicht gemobbt, es geht ihm gut bei diesen Riesen. Und so bin ich froh, dass er nun wieder seinen stabilen, geordneten Platz in seiner alten Herde hat.

Die vier Meerschweinchen gibt es natürlich auch noch. Sie tun mir im Winter immer ein bisschen leid. Denn da haben sie lange nicht so viel Auslauf wie im Sommer, wenn sie im großen Aussengehege sein können.
Über den Winter sind sie im offenen Pferdestall untergebracht. Der kleine Meerie-Stall ist isoliert mit Heuballen und warmen Decken. Doch nachdem es in den kommenden Nächten bis Minus 10 Grad haben soll, musste ich mir etwas anderes überlegen. Heute zogen die vier Schweine um, in den etwas dunklen aber deutlich wärmeren Raum unter der Garage. Es steht sehr viel Gerümpel in dem Raum, aber ich glaube das stört die Schweinchen nicht. Sie leben in ihrem Auslauf quadratisch, praktisch, gut 🙂

Kommt gut durch die kalten und eisigen Tage.
Das wünschen euch Iris und Mila

Mila beim Stadttraining (im Hintergrund sieht man Schwäbisch Hall).
Hier hat Mila noch lange Zusseln an den Ohren.

Mila posiert vor der imposanten Kirche St. Michael. Und schaut nur her, die Zusseln an den Ohren sind weg 🙂

Regen, Regen, Regen…

Bei dem Wetter freut sich die Meise über den Meisenknödel.

Kaum zu glauben: Plötzlich wird es frühlingshaft warm, die Sonne scheint und die Schweinchen dürfen mal kurz raus an die frische Luft.

Nur vier Tage später nach dem Sonnenscheinwetter: Schnee und Kälte!!

Heute beim Ausritt wurden wir von einem Schneesturm überrascht.

Levi legt die Ohren an. Er möchte nämlich nicht, dass Schwarzwälder Willi seine Mohrrübe bekommt. Keine Sorge, Levi, die Rübe bekommst du. 

Levi steht wieder bei den Schwarzwäldern. Zu den anderen Pferden hat er weiterhin Sichtkontakt.

Im Winter sind die vier Schweinchen im Pferdestall untergebracht. Da dieser keine Fenster und Türen zum Zumachen hat, mussten die Schweine heute in einen wärmeren Raum evakuiert werden. Denn ein heftiger Kälteeinbruch ist vorhergesagt.


Hier haben es die Schweinchen warm genug.

Da kann Mila stolz sein: So eine schicke Ultraschall-Zahnbürste nur für sie.

Jeden Abend Zähne putzen. Mila macht gut mit.